Kinderglück durch weniger Smartphone

Zu viel Smartphone belastet Kinder und Jugendliche. Das war eines von mehreren Anliegen bei unserem Elternforum „Kinder schützen, Eltern stützen“. Wir informieren aus diesem Anlass über einen aktuellen Vortrag mit Tipps zur Smartphonnutzung.

Bei unserem Elternforum über die zunehmende psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen im Oktober 2025 in der VHS Floridsdorf war die Handynutzung und ihre negativen Auswirkungen eines von mehreren Themen.
Ein Handy wird in einer Hand gehalten
Dr. Oliver Scheibenbogen hatte in seinem Vortrag am 29. Jänner 2026 nützliche Tipps für Eltern und Großeltern zur Smartphone-Nutzung ihrer Kinder und Enkelkinder.
Wer das Smartphone weniger nutzt, hat Zeit für andere Hobbies. Das steigert das Wohlbefinden und macht glücklicher. Angebote zur Freizeitnutzung gibt es in Floridsdorf viele, wie etwa hier am Skaterpark in Jedlesee.

Was Eltern über Smartphonezeit wissen sollten

Smartphones gehören heute für Kinder und Jugendliche oft zum Alltag. Aber die exzessive Zeit am Handy hat negative Auswirkungenaufihre Gesundheit, ihren Schlaf und ihr Wohlbefinden. Das ist eine der großen Herausforderungen, die im Oktober 2025 bei unserem Elternforum „Kinder schützen, Eltern stützen“ von Eltern angesprochen wurden.

Ergänzend zu unserem Elternforum fassen wir den Vortrag von Dr. Oliver Scheibenbogen (Leiter des Anton-Proksch-Instituts) über die “Risiken des Smartphonekonsums“ vom 29. Jänner 2026 zusammen:

Was ist das Problem mit Smartphones?

Smartphones sind vielseitig. Sie bringen viele Funktionen in einem Gerät und lenken stark ab. Das kann dazu führen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Nutzung schwer aufhören können.

Junge Gehirne sind noch in Entwicklung. Kinder und Jugendliche spüren stärker negative Folgen von Bildschirmzeit, da ihre Impulskontrolle – die Fähigkeit, nicht sofort zum Smartphone zu greifen – noch nicht ausgereift ist und sich erst etwa bis zum 30. Lebensjahr vollständig entwickelt. Sie brauchen Unterstützung, um ihre Nutzung bewusst zu steuern

Exzessiver Smartphonekonsum von mehr als 2 Stunden am Tag kann daher zu suchtähnlichen Symptomen bis hin zum Kontrollverlust führen.

Wichtige Tipps für Eltern / Großeltern

  1. Gib deinem Kind eine Armbanduhr (statt einem Smartphone)
    Eine Armbanduhr hilft Kindern, die Zeit zu sehen, ohne immer aufs Handy zu schauen. So müssen sie das Smartphone nicht jedes Mal benutzen, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist, und bleiben nicht am Smartphone hängen.
  2. Wecker ohne Handy
    Viele Kinder und Jugendliche nutzen ihr Smartphone als Wecker. Das kann dazu führen, dass sie davor oder danach am Bildschirm bleiben. Besser ist ein klassischer Wecker, der nur die Uhrzeit anzeigt.
  3. Handy-Pause vorm Schlafen und in der Nacht
    Lass dein Kind eine Stunde vor dem Einschlafen kein Smartphone mehr nutzen. Ebenso sollte es nach Mitternacht nicht am Handy sein. Das hilft dem Gehirn, besser zur Ruhe zu kommen und und reduziert Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen um bis zu 30%.
  4. Eltern als Vorbilder
    Kinder schauen sich ab, wie ihre Eltern Smartphones nutzen. Wenn Eltern selbst ihr Handy bewusst und wenig verwenden, lernen Kinder das ebenfalls. Die Regeln für Kinder – kein Smartphone beim gemeinsamen Essen – müssen auch für die Eltern gelten. Haltet die Tipps 1-3 als Elternteil auch selbst ein.
  5. Neue Gewohnheiten brauchen Zeit
    Forschende sagen: Es dauert ungefähr 66 Tage, bis man eine neue Gewohnheit wirklich im Alltag spürt. Also: bleib geduldig und konsequent, wenn ihr neue Regeln einführt.

ORF DOK1 Experiment:
Drei Wochen Handy-Entzug

Am Gymnasium Gänserndorf probierten 69 Jugendliche drei Wochen lang, ganz ohne Smartphone zu leben. Das Ergebnis: besserer Schlaf, mehr Zeit für Familie und Freunde, neue Hobbys und ein um 40 % gesteigertes Wohlbefinden. Auch nach dem Experiment blieb die Smartphone-Nutzung dauerhaft geringer.

Das Handyexperiment läuft erneut vom 4.–24. März 2026. Eine Anmeldung für Schüler:innen ab der 5. Schulstufe ist als Einzelperson oder als Schulklasse möglich.

Alle Details und Infos zur Teilnahme unter www.handyexperiment.at

Warum das wichtig ist

Eltern können dazu beitragen, gesunde Smartphone-Gewohnheiten zu fördern. Durch Regeln, Vorbilder und kleine Veränderungen können Kinder mehr echte Zeit, mehr Freude am Leben und besseren Schlaf bekommen. Bewusster Umgang mit Smartphones hilft Kindern dabei, selbstbestimmter und glücklicher durchs Leben zu gehen. Als Eltern und Großeltern habe wir eine Verantwortung für das Glück unsere Kinder – schützen wir sie vor der Smartphonesucht!

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