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Jürgen Schwingshandel

Aktivist
„Ich weiß nicht auf alles eine Antwort, aber ich vermag oft die richtigen Fragen zu stellen.“
Jürgen Schwingshandel

Das Schnelle Interview:

1. Deine Lieblingsorte in Floridsdorf

Für mich als Ruderer und Papa steht da natürlich die Alte Donau ganz oben auf der Liste. Als „Beutewiener“ freut es mich immer wieder, dass sich ein solches Naherholungsgebiet mitten in der Stadt halten kann.

2. Warum braucht es Grüne im Bezirk?

Politik fängt dort an, wo ich die Hand drauf legen kann – ein runtergekommener Spielplatz, unbenutzbare Ruhezonen, schlechte ÖPNV-Anbindungen .... Wenn ich das nämlich nicht im Griff oder Blick hab, dann brauche ich mir um Naherholungsgebiete, Haushaltsdefizite oder Klimawandel auch nicht wirklich Gedanken machen, weil dann habe ich das Ziel - Mensch _und_ Umwelt – längst aus den Augen verloren. Sollte also ein Grüner – z.B. ich – bis an sein politisches Lebensende nichts weiter tun, als seine Nationalratsabgeordnete mit Fakten aus ihrem Wahlbezirk zu versorgen, so hat er etwas Gutes / etwas Nützliches / etwas Wichtiges getan.

​3. Welche Themen liegen Dir am Herzen?

Bildung: Als Papa – meine Jungs werden im Sommer (2017) fünf – bin ich natürlich am Thema Bildung interessiert.

Verkehr: Als „Blindgänger“ bin ich natürlich immer genau so mobil, wie es das jeweilige ÖPNV- und Fußwegangebot zulässt. So betrachtet habe ich vermutlich einen ganz anderen Blickwinkel als Leute, die aufs Fahrrad oder den MIV zurückgreifen können.

Wirtschaft und Soziales: Das ist für mich im Grunde dasselbe und auch hoch interessant!

4. Wie bist Du bei den Grünen gelandet?

Ich bin dazu erzogen worden, selbst zu denken und Antworten zu suchen. Außerdem kann ich einer Partei, bei der auch nur die Überlegung eine Rolle spielt, blau zu koalieren, auch dann nicht angehören, wenn sie sich sonst weitgehend an die demokratischen Spielregeln hält. So bin ich also hier.​

5. Kaffee oder Tee?

Caffee! Und zwar in genau dieser falschen Schreibweise. Sie erinnert mich an meine letzte Bude in Marburg – nicht das in Slowenien, sondern das in Hessen. Gearbeitet habe ich damals als Softwareentwickler weitgehend im Home-Office. Meine Freundin hat in Wien gelebt und wenn ich in Marburg war, war die Caffee-Kanne sozusagen mein einziges Freizeitvergnügen.

Studiert habe ich Physik, habe dann aber bemerkt, dass das nichts für mich ist. Vielleicht hätte ich Maschinenbau studieren sollen, aber das wäre für einen Blinden natürlich gleichermaßen unmöglich wie sinnlos gewesen. Als Kompromiss habe ich dann eine Lehre zum Datenverarbeitungskaufmann absolviert.​

Hard Facts

Jürgen Schwingshandel, geboren 1967 in Waiblingen bei Stuttgart als Arbeiterkind.

Dieses Milieu hat mich sicher geprägt. Hätte ich nicht schon als Kleinkind diesen bescheuerten Unfall gehabt, der mich letztlich meine Sehkraft gekostet hat und wäre ich folglich nicht in die Blindenschule gegangen, dann wäre ich heute sicher nicht in Wien. Das wäre schade, weil ich bin absolut freiwillig hier: Wien ist eine geile Stadt!​​


E-Mail: yeti@gruen.b-a-c.at​