Bezirksreise nach Budapest

Eine kleine Reisereportage vom Besuch unserer Bezirksdelegation in unserem Partnerbezirk in Budapest

Angyalföld ein Bezirksteil des XIII. Bezirks in Budapest
Ein Kindergarten mit Salzkasten statt Sandkasten. Das Salz soll Atemwegserkrankungen vorbeugen.
Gruppenfoto: v.l.n.r.: Gergely Csiga (Bezirks-Bgm-Stellv.), Georg Papai (BV), Tóth József (Bezirks-Bgm.), Astrid Pany (BV-Stellv.), Erwin Tóth Isaszegi (BR)
Palastartiges Gebäude in der Nacht an einem großem Fluss
Blick von der abendlichen Schiffahrt auf der Donau

Das Erste, was ich gelernt habe auf dieser Reise, war, dass Angyalföld ein Bezirksteil ist und nicht der Name des gesamten Bezirkes ist. Der offizielle Name ist einfach XIII. Bezirk. In Budapest werden die nummerierten Bezirksnamen verwendet, um jede Katastralgemeinde gleichzustellen.

Besuch der Staatsoper …

Unser erstes Ausflugsziel war die frisch renovierte Staatsoper an der Andrássy-Straße. Sie wurde mit sehr viel Handgefühl und Gold fast in den Originalzustand von 1884 mit einigen technischen Verbesserungen versetzt. Jedoch wurde auch kritisiert, dass das Geld lieber in andere Bereiche investiert hätte werden sollen.

… und eines Kindergartens

Als nächstes wurde ein frisch renovierter Kindergarten besichtigt. Besonders herausragend war eine eigene Salzgrotte. Sie soll vor allem Atemwegserkrankungen vorbeugen. Es befindet sich sogar ein eigener Salzkasten statt einem Sandkasten und es wird regelmäßig in diesem Raum gesungen. Es werden auch alle Kindergärten mit eigenen Salzräumen ausgestattet.

Toller Park, aber streng überwacht

Weiters wurde uns ein neues Vorzeigeprojekt vorgestellt. Darum handelt es sich um einen Park, der vorher ein brachliegendes Baufeld war. In diesem Park befindet sich in der Mitte ein kleiner Teich und ein privates Café, welches sich in Zusammenarbeit mit dem Bezirk dort angesiedelt hat, damit Parkbesucher:innen eine saubere Toilette gratis verwenden können. Weiters stehen Tischfußballtische und Tischtennistische, sowie eine 400 m lange Laufbahn im Park. Jedoch wird dieser Park sehr streng bewacht. An jeder zweiten Laterne sind Kameras, mit denen der gesamte Park überwacht wird. Sowie ist der Park nur von 6-22 geöffnet.

Schifffahrt auf der Donau

Am Abend wurde die Delegation auf eine Schifffahrt eingeladen. Diese verlief im abendlichen Budapest auf der Donau. Dabei konnten viele interessante Gespräche geführt werden. Wie zum Beispiel, dass der XIII. Bezirk 5.700 Sozialwohnungen besitzt und jedes Jahr zwischen 60 und 100 Wohnungen neu baut. In Budapest besitzen die Bezirke Sozialwohnungen und nicht die Stadt Budapest.

Am nächsten Tag konnten wir den Ehrenbürgerehrungen beiwohnen. Diese Veranstaltung fand im Bezirkstheater mit musikalischer Begleitung von einem Orchestra und einem Mädchenchor statt.

Unter Orbáns Joch

Ein durchgehendes Thema war die politische Lage in Ungarn. Besonders kritisiert wurde die sogenannte „Solidaritätsabgabe“. Im Grunde eine gute Idee, wo finanziell starke Bezirke die schwächeren unterstützen sollen. Doch mit wahrer Solidarität hat diese Abgabe nichts zu tun. Sie soll eigentlich die nicht von Fidesz geführten Bezirke finanziell ausbluten. Der XIII. Bezirk, der sozialdemokratisch geführt wird, erhält ein Budget von ung. 13 Mrd. Forint. Die Solidaritätsabgabe beträgt 13,5 Mrd. Forint.

Conclusio

Die Reise war ein voller Erfolg. Ich konnte einiges für Floridsdorf mitnehmen und sehr viel über ungarische Politik lernen. Kommunikativ war es ebenfalls hilfreich, dass ich Ungarisch sprechen kann. Das wurde auch positiv von den Gastgeber:innen aufgenommen. Ich freue mich schon auf einen Besuch der ungarischen Delegation in Floridsdorf!