Gelegenheit für Schutz verpasst

Wenn es um Architekturjuwele geht, dann steht der 21. Bezirk nur selten im Fokus. Umso bedauerlicher ist es, wie achtlos die Politik in Floridsdorf mit seinen architektonisch wertvollen Bauten umgeht.

Gebäudezeile mit dreistöckigen Häusern mit baulich gestalteter Fassade
Für das Ensemble in der Brünner Straße 59 bis 65 wollten zwei Denkmalschutzinitiaitven die Einrichtung einer Schutzzone. Nur wir Grüne haben das im Gemeinderat unterstützt.
Zweigeschossiges Gebäude mit gestalteter Fassade
So schnell kann’s gehen: Wo noch Ende Mai das schöne Gründerzeitgebäude stand…
Eine Baulücke mit Bauzaun und Bagger.
… klafft heute, nur einen Monat später, eine Baulücke (Donaufelder Straße 193).

Leider kein Schutz für wertvolle Architektur: Unser Antrag für eine Schutzzone für das Gründerzeit-Ensemble in der Brünner Straße 59 bis 65 wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.

Am 22. Juni 2022 wurde im Gemeinderat der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan der Stadt Wien für das Plandokuments 8347 (das ist der Bereich zwischen Brünner Straße, Katsushikastrasse, Ignaz-Köck-Straße und Floridsdorfer Hochbahn) beschlossen.

Im Planungsgebiet befinden sich zwei Gründerzeithäuser und ein Gemeindebau aus der Zwischenkriegszeit, direkt gegenüber vom Haupteingang des Krankenhaus Nord.

Klubobmann Heinz Berger betont: „Wir unterstützen das Anliegen zweier Denkmalschutzinitiativen nach der Einrichtung einer Schutzzone für die drei Gebäude Brünner Straße 59, 61 und 63-65.“

Unsere Grüne Gemeinderätin Heidi Sequenz brachte dazu einen Abänderungsantrag zum Flächenwidmungsplan ein, der die Einrichtung einer Schutzzone in diesem Bereich vorsieht. Leider wurde dieser Antrag von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Neos in der Sitzung des Wiener Gemeinderates am 22. Juni 2022 abgelehnt!

Ursula Hofbauer, Architektin und Bezirksrätin, kann dieses Abstimmungsverhalten nicht nachvollziehen: „Es ist bedauerlich, dass in diesem Bereich der Brünner Straße die historische Entwicklung des Stadtraums zunehmend nicht mehr ablesbar ist, weil historische Gebäude ohne Rücksicht auf ihre städtebauliche Funktion abgerissen werden. Die Erhaltenswürdigkeit dieser Bauten stehen außer Frage, denn sie stehen sogar im „Dehio“, dem Handbuch der Kunstdenkmäler Österreichs. Sie stellen aber darüber hinaus auch ein Kontinuum in der sich rasch verändernden Stadtlandschaft dar, einen Fixpunkt mit dem sich für die Bevölkerung Identifikation mit dem Bezirk und dem Grätzel verknüpft.“

Wie schnell erhaltenswerte Gebäude verschwinden, sieht man aktuell in der Donaufelder Straße: Der Abriss des schönen Gründerzeitgebäudes in der Donaufelder Straße 193 zeigt wie fatal sich das Fehlen einer Schutzzone auswirkt und wie wichtig der besondere Schutz der wertvollen Bausubstanz vor den Profitinteressen von Immobilienhaien ist!

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