Viele gute Gründe, das westliche Donaufeld nicht zu verbauen

Großer Andrang bei der Veranstaltung „Unser Boden. Unsere Zukunft. Unser Donaufeld“ – starke überparteiliche Kritik an der unbedachten Verschwendung von wertvollen Böden

Großer Andrang im Donaufeld trotz Regenwetter: viele kamen, um für den Erhalt der Landwirtschaft ein Zeichen zu setzen!
Florian Kothny, Bio-Gemüsebauer in Donaufeld, spricht über die außergewöhliche Qualität des hochwertigen Schwemmlandbodens.
Unsere Grüne Stadträtin Judith Pühringer unterstrich die klimatische Bedeutung der offenen Grün- und Landwirtschaftsflächen für die Stadt.
Im Brombeergarten von Martin Freimüller
Viele Menschen mit grünen Regenschirmen stehen auf einer Wiese
Das Anliegen ist zu wichtig und die Referate sehr informativ – die Gäste blieben trotz Regen hier.
Der Foodtruck Grünstoff sorgte für das leibliche Wohl.

Über 120 Menschen setzen ein Zeichen für das Donaufeld

Trotz angekündigtem Regen versammelten sich am Do., 7. Mai um 17 Uhr weit über 120 Teilnehmer:innen aus der lokalen Umgebung und aus verschiedensten zivilgesellschaftlichen und politischen Organisationen zu einem Rundgang, um vor Ort auf die Qualität und den Wert des unverbauten Bodens im westlichen Donaufeld hinzuweisen.

Breite Expertise mit einer gemeinsamen Botschaft

Nach der Einleitung durch die Organisatorinnen Conny Zipper (Agrarökologin) und Gerda Daniel (stellvertretende Klubobfrau der Grünen Floridsdorf) , Margit Spacek (Zoologin von der Initiative Freies Donaufeld), Irene Trunner (Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Wien, Bio-Bäuerin im Donaufeld) und Florian Kothny (Bio-Gemüsebauer im Donaufeld) wird allen klar: Im Jahr 2026 kann die Stadt Wien es sich nicht mehr leisten, den fruchtbarsten Ackerboden in Österreich zu versiegeln. 

Menschen aus Praxis, Forschung und Politik ziehen an einem Strang

Margit Spacek, Irene Trunner und Florian Kothny wiesen alle bei ihren Statements auf die außergewöhnliche Qualität und Fruchtbarkeit des hochwertigen Schwemmlandbodens im Donaufeld hin. Dieser Boden gehört zu den fruchtbarsten in Österreich und muss für nächste Generationen erhalten bleiben. Michaela Truppe (Biologin von der Initiative Freies Donaufeld) brachte weitere wichtige Aspekte ein: die besonders schützenswerte Artenvielfalt (z.B. die streng geschützte Wechselkröte) und den auch für die Seele wichtigen Erholungsfaktor von Grünflächen in der Stadt.

Das Donaufeld als grüne Klimaanlage der Stadt

Freuen konnten wir uns über die Unterstützung von Judith Pühringer (Parteivorsitzende und Stadträtin der Wiener Grünen). Sie schilderte ihre persönlichen Eindrücke von der deutlich spürbaren Abkühlung beim Radfahren durch das Donaufeld und unterstrich die klimatische Bedeutung der offenen Grün- und Landwirtschaftsflächen für die Stadt.

Bio-Landwirtschaft mitten in Wien erhalten

Der Rundgang endete im Garten von Martin Freimüller (Bio-Brombeergärtner), der über seine Herausforderungen sprach, hier vor Ort weiter zu produzieren. Bei einsetzendem Regen thematisierte Martin Flicker (Gemüse-Gärtner und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Wien) das in Wien fehlende Bodenverkehrsgesetz. Als dann Mario Winkler (Österreichische Hagelversicherung, Bodenschutz) auf den Segen des inzwischen starken Regens nach der Trockenperiode hinwies, brandete Applaus auf. Die dramatische Klima-Entwicklung hat gerade hier vor Ort den Wert des Wassers für die Landwirtschaft ganz besonders vor Augen geführt.

Leistbarer Wohnbau und Bodenschutz dürfen kein Widerspruch sein

Tina Wirnsberger, Umweltsprecherin der Wiener Grünen, betonte die Rolle der städtischen Landwirtschaft für Ernährungssouveränität und Klimaschutz. Sie skizzierte weiters die vielen derzeitigen brach liegenden Möglichkeiten, Wohnraum in Wien zu schaffen, u.a. Leerstandsabgabe, Überbauen von ohnehin schon versiegelten Flächen (Bau auf Grau) – alles durchaus vereinbar mit dem besonderen Wert und der Erhaltung von städtischer Landwirtschaft. Leistbarer Wohnbau und Stadtlandwirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Kühlräume statt weiterer Hitzehotspots

Heidi Sequenz (Mobilitätssprecherin der Wiener Grünen) brachte noch ihre ersten Eindrücke bezüglich der kühlenden Wirkung der Vegetation des alten Donaufelds ein, eine Erfahrung, die viele Menschen machen, wenn sie in Sommerabenden im Donaufeld unterwegs sind. Weitere Hitzehotspots durch Verbauung sind weder für uns noch für unsere Enkelkinder tauglich.

Auch Nationalrat Markus Koza, ein besonderer Liebhaber der streng geschützten Wechselkröte, war unter den Gästen.

Ein starkes gemeinsames Signal für die Zukunft des Donaufelds

Alles in Allem war es eine starke Manifestation für die Grünoase Donaufeld, für den Erhalt des fruchtbaren Bodens, für den Klimaschutz, für Artenschutz, für die Bio-Landwirtschaft und Ernährungssicherheit und für ein Erholungsgebiet mitten in der Stadt.

Im Anschluss wurde bei köstlichen Bio-Gemüse- und Brombeerprodukten aus dem Donaufeld noch intensiv über die Zukunft des westlichen Donaufelds diskutiert, das noch keine Baulandwidmung hat. Alle Anwesenden waren sich einig, dass die drohende Verbauung abgewendet werden muss.

Denn mit entsprechendem politischen Willen können die mit Bausperre versehenen Agrarflächen im westlichen Donaufeld erhalten werden.