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am 24. Mai

Ist 5G wirklich gefährlich?

Brigitte Parnigoni, Heinz Berger - Immer wieder erreichen uns Anfragen, was denn aus grüner Sicht von den neuen Technologien im Mobilfunkbereich zu halten sei. Bei 5G handelt es sich um die fünfte Generation der mobilen Datenübertragung, die die meisten von uns mit ihren Smartphones bereits jetzt in Form von 3G, LTE oder 4G nützen.

Im Regierungsübereinkommen 2020 bis 2024 bekennt sich die Regierung im Abschnitt „Digitalisierung und Innovation“, der auch von den Grünen durchaus mitgetragen wird, zum österreichweiten Ausbau flächendeckender, technologieneutraler Breitbandversorgung.

Wir verstehen natürlich die Bedenken vieler Nutzer*innen, bei denen die rasante Technologieentwicklung, hinter der u.a. auch massive Geschäftsinteressen stehen, Skepsis hervorruft. Häufig kursieren im Internet und in den Medien allerdings Informationen, die einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren. In dieser teilweise sehr emotional geführten Debatte bemühen wir Grüne uns um einen sachlich fundierten Zugang.

Wir treten dafür ein, dass der Internetausbau verstärkt leitungsgebunden mittels unterirdischen Glasfaserkabeln ausgeführt wird. Das hat den Vorteil stabilerer Bandbreiten, höherer Geschwindigkeiten und ausfallssicherer Netze.

Mobilfunk wird es natürlich weiterhin geben, und viele von uns möchten gerade auch unterwegs nicht auf das gewohnte schnelle Internet verzichten. Für 5G müssen allerdings nicht unbedingt neue Sendemasten errichtet zu werden, da in Zukunft über die kurzen Distanzen des neuen Netzes auch von Ampeln, Straßenlaternen, Verkehrszeichen und Ähnlichem aus gesendet werden kann.

Damit wird einerseits eine Verdichtung von "Sendemasten", die nicht mehr als solche zu erkennen sind, erreicht. Andererseits gilt: Je näher diese an die Haushalte heranrücken, desto geringer muss die Sendeleistung sein, um sie zu erreichen.

Gleichzeitig ist es uns natürlich sehr wichtig, dass der technische Fortschritt nicht zu Lasten unserer Gesundheit erfolgt: Die neue 5G-Technologie hat aber nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand keine anderen Eigenschaften als die älteren Mobilfunktechnologien, bei denen es in Langzeitstudien keine Hinweise auf gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Sendemasten gegeben hat. Darüber hinaus gilt dank der in der neuen Technologie eingesetzten "gebündelten Strahlung": Wer 5G nicht nutzt ist auch keiner Strahlung ausgesetzt. Der Sendemast am Dach gegenüber stellt nicht per se eine Gefährdung dar!

Weit weniger unbedenklich ist hingegen die Belastung durch das eigene Handy, das oft direkt am Körper gehalten wird. Es gilt als erwiesen, dass Handystrahlen Einfluss auf den menschlichen Körper haben. Wenn wir also unsere Gesundheit schützen wollen, sollten wir das Mobiltelefon nicht (ständig) am Körper tragen, lange Telefonate vermeiden bzw. mit kabelgebundenem Headset sprechen. Und an Orten mit schlechtem Empfang zu telefonieren bedeutet, dass das Handy stärkere Signale aussendet. 

Ein paar Maßnahmen zu berücksichtigen kann uns also wirklich schützen:

  • Das Handy so häufig wie möglich ausschalten;
  • Vor dem Schlafen den Flugmodus einschalten;
  • Das Handy möglichst weit weg vom Körper tragen.
Wir Grüne werden die Entwicklung jedenfalls weiterhin genau beobachten und uns natürlich für den Schutz der Gesundheit einsetzen.