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am 11. Juni 2014

25 Jahre Bezirks-Freundschaft Floridsdorf – Angyalföld

Webredaktion Grüne Floridsdorf - Im Jahr 1989 unterzeichneten Floridsdorf, der 21. Bezirk Wiens, und Angyalföld, der 13. Bezirk Budapests, einen Freundschaftsvertrag. Ende Mai 2014 wurde das 25-Jahr-Jubiläum in Budapest gefeiert - mit einem Besuch von Delegationen aus den Partnerbezirken und mit einer Veranstaltung in einem Kulturzentrum.


Partner seit 25 Jahren

Schon 1989, als der damalige Floridsdorfer Bezirksvorsteher Kurt Landsmann und der Ratsvorsitzende des 13. Budapester Bezirks, Zoltán Kiss, einen Freundschaftsvertrag unterzeichneten, hatten die beiden Bezirke viele Gemeinsamkeiten: Die Lage an der Donau, eine EinwohnerInnenzahl von weit über 100.000, die Vergangenheit als ArbeiterInnenbezirk.

Viel hat sich seither geändert: Die Fabriken sind großteils verschwunden und haben modernen Betrieben oder Wohnanlagen Platz gemacht, und beide Bezirke haben sich zu zunehmend beliebter werdenden Wohngegenden entwickelt. Unter anderem erinnern Verkehrsflächenbenennungen (die Floridsdorf sétány in Budapest und die Angyalföldstraße in Wien) an die Partnerbezirke.


Bezirksvorsteher Georg Papai trägt sich ins “Freundschaftsbuch” ein.

Rot-grüne Delegation in Budapest

Ende Mai besuchte eine Delegation aus Floridsdorf Budapest, bestehend aus Bezirksvorsteher Georg Papai, Alt-Bezirksvorsteher Heinz Lehner, BV-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer, Klubobmann Bernhard Herzog (alle SPÖ), Bezirksrat Gerhard Jordan (GRÜNE) und Bezirksvorstehungs-Büroleiter Leo Kräutler.


Die Wiener Delegation in der “Floridsdorf-Promenade” neben dem Rathaus des 13. Budapester Bezirks. V.l.n.r.: Bernhard Herzog, Heinz Lehner, Georg Papai, Gerhard Jordan, Ilse Fitzbauer. Leo Kräutler.

Die GastgeberInnen zeigten den Floridsdorfer KollegInnen und den Delegationen von weiteren Partnergemeinden aus Siebenbürgen, Kroatien und der Slowakei einige Projekte, die der Bezirk in den letzten Jahren umgesetzt hat: etwa die Gestaltung der “Donau-Terrasse” mit Jugendspielplatz, Promenade, Radweg usw., eine in Bau befindliche 100 Wohnungen umfassende Passivhaus-Siedlung und ein 2011 errichtetes und nach dem 1944 von den Faschisten ermordeten ungarischen Dichter Miklós Radnóti benanntes Kulturzentrum.


Der kürzlich fertig gestellte Jugendspielplatz “Donau-Terrasse” am Pester Flussufer.
Die Baustelle der Passivhaussiedlung in der Jász utca.

Alle diese Projekte muss der Bezirks übrigens selbst bezahlen, da der populäre und seit 1994 amtierende sozialistische Bezirksbürgermeister József Tóth in Angyalföld eine Mehrheit hat und daher die im Land und in Budapest regierende rechtskonservative FIDESZ-Partei kein Interesse hat, dem 13. Bezirk Zugang zu EU-Projektmitteln zu gewähren.

Bezirksbürgermeister József Tóth bei der Ehrenbürgerfeier 2014.

Bezirksmuseum “goes international”

Als Beitrag des 21. Wiener Bezirks zum 25 Jahr-Jubiläum wurde in dem oben erwähnten Kulturzentrum eine Ausstellung mit dem Titel “Kunst am Bau in Floridsdorf” eröffnet, die das Bezirksmuseum ​im Jahr 2012 gezeigt hatte.

Diskutierende Gäste bei der Ausstellungseröffnung ”Kunst am Bau in Floridsdorf” im Radnóti-Kulturzentrum am 29. Mai 2014.

Bezirksrat Gerhard Jordan hatte die Konzeption, seine Frau Klara Rajki die Übersetzung der Texte ins Ungarische, und der geschäftsführende Leiter des Bezirksmuseums Robert Ulbricht das Layout übernommen. Es dürfte der erste “Auslands-Auftritt” des Museums gewesen sein.

Bezirksrat Gerhard Jordan erläutert das Konzept der Ausstellung.
Bezirksvorsteher Georg Papai, Bezirksrat Gerhard Jordan und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer vor der Floridsdorfer “Kunst am Bau”-Ausstellung.

Fotogalerie auf der Website des 13. Budapester Bezirks (in ungarisch):
http://www.budapest13.hu/galeriak/floridsdorf---budapesten/1


Solidarität gerade jetzt notwendig

Die politische Lage in Ungarn ist heute alles andere als erfreulich: die FIDESZ-Partei von Premierminister Viktor Orbán herrscht praktisch unumschränkt auf nahezu allen Ebenen. Wegen der Zweidrittelmehrheit im Parlament (die spätestens seit der Parlamentswahl 2014 lediglich auf ein extrem verzerrendes und immer wieder nach Gutdünken verändertes Wahlrecht zurückzuführen ist) kann sie die Verfassung nach Belieben ändern und das öffentliche Leben immer mehr unter ihre Kontrolle bringen.

Es gibt nur wenige sogenannte “gallische Dörfer”. Eines davon ist Angyalföld. Bei einer Ehrenbürger-Feier am 30. Mai stellte Bezirksbürgermeister Tóth die Erfolge in seinem - von der Obrigkeit natürlich besonders genau kontrollierten - Bezirk der Misswirtschaft der konservativen Regierungspartei gegenüber.

Die Margareteninsel, der wohl bekannteste Teil des 13. Bezirks, wurde übrigens 2013 der Verfügung des “roten” 13. Bezirks entzogen.

Im Herbst 2014 finden in Ungarn Kommunalwahlen statt. In Budapest, wo die rechte FIDESZ keine absolute Mehrheit hat, steht wieder eine Wahlrechtsänderung ins Haus. Eine verstärkte Zusammenarbeit auf allen Ebenen, über Projekte und gegenseitigen Austausch, ist heute nötiger denn je, um die Opposition gegen Gleichschaltungstendenzen und Demokratieabbau in Ungarn zu unterstützen.