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am 10. Oktober

Österreichweiter "Equal Pay Day" am 13. Oktober

Brigitte Parnigoni - Der "Equal Pay Day" (EPD) ist eine internationale Kampagne, die seit 2009 mehr Bewusstsein für die Gleichstellung von Frauen und Männern insbesondere im Einkommensbereich schaffen will.

Rund zweieinhalb Monate oder 80 Tage arbeiten Frauen ​ in Österreich gratis wenn man ihr durchschnittliches Einkommen mit dem von Männern vergleicht. Das heisst, ihr Einkommen ist um immerhin 21,7 Prozent geringer!

Wien steht im Vergleich ein bisschen besser da - hier verdienen Männer bis zum 29. Oktober so viel wie Frauen bis zum Jahresende. Damit Frauen nicht 63 (!!) Tage, also ab dem 30. Oktober, umsonst arbeiten fordern wir gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.

Einkommensunterschiede



In Floridsdorf fällt der EPD heuer auf den 4. November - ein Indiz dafür, dass hier das Lohngefüge insgesamt unter dem österreichischen Durchschnitt liegt.

Die statischen Daten für alle Bezirke von Österreich finden sich in der Downloadbox.

Die Gründe für die Einkommensunterschiede sind vielschichtig. Eine wichige Rolle spielen die Branchenunterschiede: So ist etwas die Entlohnung in der Dienstleistungsbranche, die einen hohen Frauenanteil aufweist, geringer als in der Industrie mit  - immer noch - typischen Männerberufen. Frauen erreichen seltener hohe und Führungspositionen. Sie sind oft auf Grund der familiären Situation zu Teilzeitarbeit gezwungen - auch das wirkt sich nicht nur langfristig benachteiligend aus, sondern schlägt sich auch unmittelbar in der geringeren Höhe des Stundenlohns nieder.

Und hier zeigt sich wieder einmal, wie sehr Frauenpolitik immer noch mit Familienpolitik verknüpft ist: Solange es kein ausreichendes und hochwertiges Kinderbetreuungsangebot gibt werden Frauen in die Teilzeitbeschäftigung gedrängt. Hier ist die Situation in den ländlichen Regionen sicher noch einmal schlechter als im städtischen Raum.

Hingegen zählt die (Aus-)Bildung nicht zu den Ursachen für die Einkommensschere: Es zeigt sich, dass der Anteil von Frauen mit Tertiär- oder Pflichtschulabschluss ist immerhin höher ist als der der Männer!​

Dafür wollen die Grünen arbeiten:

  • Mädchen müssen wissen, dass sie bereits mit der Berufswahl eine Vorentscheidung über Job- und Einkommenschancen treffen.
  • Elternkarenz und Kindererziehung betreffen beide Elternteile in gleichem Maß.
  • Frauen müssen in der Politik und in den höherem Ebenen von Wirtschaft und Kultur paritätisch vertreten sein.
  • Unbezahlte (Alten-)Pflege darf keine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit zu Lasten von Frauen sein.
  • Schluss mit Rollenstereotypen, die Mädchen und Frauen in die Abhängigkeit drängen.

Die Liste von politischen Zielsetzungen und Maßnahmen, die mithelfen, die Einkommensungleichheit abzuschaffen, ließe sich lange fortsetzen​.

„Das von der Bundesregierung vor zehn Jahren aufgestellte Gleichstellungsziel, wonach im Jahr 2020 die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern Geschichte sein sollen, hat sich als frommer Brief ans Christkind entpuppt“, ist Aslan enttäuscht und fordert: „In der nächsten Regierung muss die Bekämpfung der Einkommensunterschiede endlich Chefinnen-Sache werden“, fordert Berivan Aslan, die Grüne Frauensprecherin im Parlament.

​​Unser Ziel ist erst erreicht wenn der Equal Pay Day auf den 31. Dezember fällt!