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am 9. März

Unser Frauencafe zum Internationalen Frauentag

Brigitte Parnigoni - Anlässlich des alljährlichen Internationalen Frauentages am 8. März trafen sich engagierte Frauen um über das Thema "Frauen und ihre Arbeitswelten" zu diskutieren.

Alljährlich zum Frauentag werden immer wiederkehrend die Fakten über die Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft thematisiert: Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt nach wie vor mehr als ein Fünftel; Teilzeitarbeit mit allen daraus resultierenden negativen Konsequenzen ist nach wie vor überwiegend weiblich; die gesellschaftliche Anerkennung der unbezahlten "Frauenarbeit" (denn nach wie vor werden Gemeinschafts- und Versorgungsarbeit als Sache der Frauen angesehen) hinkt hintennach ... Die Liste dieser Problemfelder ist bekannt und ließe sich noch verlängern.

Doch wieweit hat sich vielleicht etwas verändert? Wie sehen das unsere Floridsdorfer Frauen?

Neslihan Turan-Berger und Barbara Huemer


Unsere beiden Expertinnen, Barbara Huemer und Neslihan Turan-Berger von der Wiener Frauenorganisation der Grünen kamen zu uns nach Floridsdorf um mit uns zu diskutieren.

Unsere Klubobfrau Susi Dietl im angeregten Gespräch

Frauenpolitik                                                                                                                        


Je nach ihrer Lebenssituation aber auch je nach Alter erleben die anwesenden Frauen die Situation recht unterschiedlich. Etliche erinnern sich gut daran, dass in den 1990er Jahren Feminismus - der Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe von Frauen, die soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern, Sexismus - Themen in der Politik waren. Frauen gingen zur Veränderung dieser strukturell bedingten Benachteiligungen auf die Straße.

Seither ist es auf den Straßen ruhiger geworden, neoliberale Politik steht im Vordergrund, Frauen fühlen sich vermehrt individuell für ihren Erfolg und ihre Situation verantwortlich. Sind sie etwa nicht tüchtig genug?? Mit diesen Selbstzweifeln im Hinterkopf geraten sie ganz schnell in die fatale Spirale der Selbstausbeutung zwischen Job, Familie und Privatem.

Ganz unabhängig von unserer konkreten Situation - den feministischen Backlash bemerken wir leider alle!

Keine in unserer Gespärchsrunde zweifelte die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Frauenquoten bis hinauf in die obersten Ebenen von Führungsetagen an. Und dennoch - solange die Armutsgefährdung von Frauen auf Grund mangelhafter Sozial- und Frauenpolitik steigt, gehen in Gesetzen festgeschriebene Prozentzahlen für Frauen auf dem Weg nach oben an der Lebensrealität von vielen Frauen vorbei: Jene Frauen, die gerade ganz unten sind, brauchen eine finanzielle Absicherung, Arbeitsplätze abseits von prekären Arbeitsverhältnissen, bessere, ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Wege aus finanziellen Abhängigkeiten von Männern.

Unsere Frauengruppe, ausgestattet mit Postkarten zu frauenpolitischen Forderungen in sieben verschiedenen Sprachen

Frauentreff


Was bei unserem Frauencafe ganz deutlich wurde: Frauen wollen miteinander reden, sie wollen ihre Probleme ohne Bewertung aussprechen können. Und so wurden wir auch gefragt, ob unser Frauentreff nicht eine Fortsetzung findet, ganz ohne Frauentag!? Wir haben diesen Gedanken schon aufgegriffen, ihr hört von uns, versprochen!

Und an besonderen Tagen gehört dann Feiern eben auch dazu ....