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am 7. Juni

Bücher statt Bad in der Brünner Straße

Gerhard Jordan - In der neuen Wohnanlage Weisselgasse 5 wurde am 7. Juni eine Zweigstelle der Städtischen Büchereien eröffnet - zweifellos ein wichtiger Schritt zur Aufwertung der Siedlungsachse Brünner Straße.

1906/07 wurde an der Ecke Weisselgasse 5/Brünner Straße 27 ein städtisches „Tröpferlbad“ vom Floridsdorfer Jugendstil-Architekten Friedrich Dietz von Weidenberg errichtet. Es blieb bis 2004 in Betrieb und begann dann zu verfallen, verschiedenste Nachnutzungen, z.B. eine Musikschule, wurden angedacht und wieder verworfen.

Zu einer Entscheidung kam es erst, als bereits eine rot-grüne Stadtregierung amtierte. Eines der Ziele war, dem stellenweise wenig attraktiven Umfeld der Achse Brünner Straße einen Impuls zu verleihen und zumindest im Erdgeschoß eine Nutzung zu finden, die einen (teil-)öffentlichen Charakter aufweist und kulturellen oder sozialen Zwecken dient.

Das bereits desolate (und nicht unter Denkmalschutz stehende) Gebäude musste leider abgerissen werden - jedoch nicht vollständig. Der Bauträger GEWOG und Architekt DI Josef Knötzl konnten überzeugt werden, den bauhistorisch interessanten Eckbereich des ehemaligen Weisselbades zu belassen und in den Neubau zu integrieren - ein sehr begrüßenswertes Beispiel für einen sensiblen Umgang mit dem kulturellen Erbe des Bezirks, das nun im Stadtbild weiter wirkt.

Wohnhausanlage der GEWOG nach der Eröffnung im Juni 2017.

Es entstand ein Wohnprojekt mit 48 geförderten Mietwohnungen zwischen der Weisselgasse und dem Paul-Hock-Park. Von der Brünner Straße her zugänglich ist nun die Zweigstelle der Städtischen Bücherei, die vom Schlingerhof hierher verlegt und völlig neu gestaltet wurde.




Bei der Eröffnung wies Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky u.a. darauf hin, dass die Öffnungszeiten nunmehr großzügiger seien als auf dem alten Standort:  am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11-18 Uhr und am Mittwoch von 14-18 Uhr.


Die Räumlichkeiten sind hell, freundlich und barrierefrei zugänglich. Es gibt die Möglichkeit für Internet-Nutzung, Lese- und Lerntische und einen Kopierer.

Im Untergeschoß befinden sich die Abteilungen für Kinder und Jugendliche, Sachbücher, Belletristik und Zeitschriften, im Obergeschoß - mit Blick auf den Paul-Hock-Park - für Geschichte, Geografie, Kunstgeschichte, etc.

Bezirksrat Gerhard Jordan bei der Eröffnung

Nach der Buchhandlung Am Spitz (im Amtshaus) hat nun der Bereich des - erweiterten - Bezirkszentrums noch eine Einrichtung erhalten, die eine qualitative Aufwertung des Grätzls darstellt, zu einer sozialen Belebung beiträgt und damit hoffentlich Tendenzen wie dem Sterben kleiner Geschäfte entgegen wirkt.