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am 17. November

Endlich Hinweistafel auf Werken von Nazi-Bildhauer Frass in Floridsdorf

Webredaktion Grüne Floridsdorf - Eine langjährige grüne Forderung, einen erläuternden Hinweis auf Werken von Nazi-Bildhauer Frass anzubringen, wurde nun erfüllt.

Bereits im November 2011 hatten die Floridsdorfer Grünen einen Antrag gestellt, bei in Floridsorf nach dem 2. Weltkrieg aufgestellten Werken von Bildhauern, die sich in der Zeit der Nazi-Diktatur mit dem Regime arrangiert hatten, erklärende Zusatztafeln anzubringen. Dabei ging es vor allem um Wilhelm Frass und Rudolf Eisenmenger.​

Grüner Antrag 2011

Bei der Eröffnung einer „Kunst am Bau“-Ausstellung, die Bezirksrat Gerhard Jordan 2012 mit dem Bezirksmuseum Floridsdorf gestaltete, versprach Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, dieses Anliegen zu berücksichtigen.

 Im Jahr 2014 erfolgte die Anbringung einer erklärenden Tafel bei einem Werk von Rudolf Eisenmenger in der Justgasse.

Mittlerweile wurde nun auch eine erklärende Zusatztafel an einem Werk von Wilhelm Frass angebracht.

Es handelt sich um die Kalkstein-Plastik „Fruchtträgerin“, die 1958 auf dem Anderer-Platz 1 vor dem Gemeindebau, der 2016 „Franz-Jonas-Hof“ benannt wurde, aufgestellt wurde.​


Wilhelm Frass (1886-1968) war schon zur Zeit des „Ständestaats“ illegaler Nazi gewesen und schuf vor allem Kriegerdenkmäler. Unter den „toten Krieger“ in der Krypta beim Burgtor schmuggelte er ein in einer Kapsel befindliches Bekenntnis zum „Anschluss“, dessen er sich 1938 in einem Gespräch mit dem „Völkischen Beobachter“ sogar rühmte. Im Jahr 2012 wurde dieses Schreiben tatsächlich freigelegt. Als Leiter der Hochschulklasse der Kunst- und Modeschule der Stadt Wien sowie als Sachbearbeiter für Bildhauerkunst im Kulturamt der Stadt Wien konnte er „einschlägig tätig werden“. Er erhielt Großaufträge für Anschlussdenkmäler, Hitlerbüsten und das NS-Regime verherrlichende Skulpturen.

Gerhard Jordan vor der Skulptur "Fruchtträgerin"



„Die Zusatztafel weist nun auf seine Rolle hin, und auch darauf, dass das Wirken von Künstlern, die in der Zeit der NS-Diktatur hofiert wurden, heute kritischer gesehen wird als in der Zeit des Wiederaufbaus“, freut sich Bezirksrat Gerhard Jordan.