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am 4. November

Grundsteinlegung für Syrisch-Orthodoxe Kirche in Leopoldau

Gerhard Jordan - Mit einer stimmungsvollen Feier wurde der Rohbau der neuen Syrisch-Orthodoxen Kirche auf dem Leopoldauer Platz eingeweiht.

Seit etwa zehn Jahren wird in Floridsdorf über den Bau einer Kirche der Wiener Syrisch-Orthodoxen Gemeinde diskutiert. Den Anfang machte ein Gemeindezentrum im ehemaligen Gasthof Baumann am Leopoldauer Platz 93, und vor einiger Zeit folgte die Eröffnung eines Kindergartens im renovierten und adaptierten Gebäude der einstigen Feuerwache Leopoldau.


Um den Bau einer Kirche gab es lange und kontroverse Diskussionen, bis im Bauausschuss der Bezirksvertretung ein Konsens gefunden und im Wiener Gemeinderat im April 2012 die Flächenwidmung beschlossen werden konnte.​

Nach längeren Abstimmungen, die nicht zuletzt das Ortsbild und den Denkmalschutz berücksichtigten, steht nunmehr ein Rohbau auf dem Leopoldauer Platz, auch die beiden Türme sind bereits erkennbar.

Erzbischof Mor Dionysios Isa Gürbüz

Die Grundsteinlegung der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, Pfarre Heilige Mutter Gottes Wien-Leopoldau am 3. November 2019 war denn auch von einer fröhlichen und erleichterten Stimmung geprägt. Das Gotteshaus, obwohl noch ohne Inneneinrichtung, war voll, und unzählige Ehrengäste waren gekommen – allen voran der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof von Österreich und der Schweiz, Mor Dionysios Isa Gürbüz, der die Predigt hielt. Vertreter „befreundeter“ Kirchen, wie der katholischen (Weihbischof Franz Scharl und der Leopoldauer Pfarrer Claus Coolen hielten kurze Ansprachen) oder der koptischen Christen betonten die Gemeinsamkeit.

Vertreter der Koptischen Christen
Weihbischof Franz Scharl
Pfarrer Claus Coolen

Die VertreterInnen der Syrisch-Orthodoxen Pfarrgemeinde (stv. Vorsitzender Israil Günel, Pfarrgemeinderats-Obfrau Siham Islek und Baukommissions-Leiter Attila Alici) bedankten sich bei allen engagierten Freiwilligen und bei den an dem Bau Beteiligten – von den ArchitektInnen bis zur Baufirma. Auch Bezirksvorsteher Papai kam als Vertreter Floridsdorfs zu Wort.

Der Grundstein der Kirche wurde im Altarraum im Boden eingemauert, gemeinsam mit „Heiligen Steinen“ aus religiösen Stätten in Jerusalem und Mesopotamien und mit einer Urkunde. Der Chor der Gemeinde begleitete die Feier musikalisch.

Unter den Ehrengästen waren auch BV Georg Papai und der BR der Grünen Gerhard Jordan
Grundstein unter dem zukünftigen Altarraum
Die beiden Sprachen Deutsch und Aramäisch sind charakteristisch für diese Glaubensgemeinschaft
Der Chor begleitete die stimmungsvolle Feier

Das Besondere an der Messe und an der Grundsteinlegungs-Feier war jedoch nicht nur die Intensität und die Dauer der Zeremonien, sondern auch die Zweisprachigkeit in Deutsch und Aramäisch – jener Sprache, die zur Zeit Jesu in Palästina gesprochen wurde.

Leider waren und sind in Syrien die Zustände nach wie vor so, dass Minderheiten zumindest in Teilen des Landes verfolgt, vertrieben und ermordet werden – derzeit trifft es etwa die KurdInnen, die im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ihre „Köpfe hingehalten“ haben und „zum Dank“ fallen gelassen werden. 

Beispielhaft ist die Rolle der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Wien, die allen Schwierigkeiten zum Trotz optimistisch, bestens in die Gesellschaft integriert und aktiv ist.

Wir wünschen ihr und ihren weltweiten Angehörigen alles Gute, Freude mit ihrer Kirche und eine friedliche Zukunft!

Heilige Steine und weitere Beigaben
Syrisch orthodoxe Geistliche aus ganz Wien sind anwesend
Zukünftiges Altarfenster