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am 7. Juni

Nein zu einer dritten Spur auf der Nordbrücke!

Heinz Berger - Auf den ersten Blick könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass der regelmäßige Rückstau auf der Nordbrücke durch die von der SPÖ geforderte, zusätzliche Fahrspur entlastet werden könnte. Dieser Vorschlag folgt dem weit verbreiteten Irrglauben, dass der Ausbau von Stadtautobahnen zu irgendwelchen Entlastungen führen würde.

Der Ausbau von Stadtautobahnen ist der falsche Weg zur Verkehrsentlastung!


Der Vorschlag, die Nordbrücke stadteinwärts durch eine dritte Spur zu verbreitern, ist leider nicht zu Ende gedacht und widerspricht auch den von der SPÖ unterschriebenen verkehrspolitischen Zielsetzungen.

  • Wohin sollen die KFZ von der Nordbrücke weiterfahren? Schon heute ist auch die Gürtelauffahrt völlig überlastet. Soll man auch dort eine zusätzliche Fahrspur errichten, damit das Stauchaos am Gürtel noch mehr wird? Das wäre Verkehrspolitik nach dem Geschmack der FPÖ und die SPÖ wäre gut beraten, sich nicht von den Rezepten der FPÖ aus dem vorigen Jahrhundert vor sich her treiben zu lassen.
  • Sollte es tatsächlich gelingen, die zusätzlichen KFZ irgendwie in den 19. Bezirk zu schicken (die BewohnerInnen würden sich bei BV Papai bedanken), werden diese (am Abend) auch wieder zurück fahren wollen und finden dann nur zwei Fahrspuren vor, was einen entsprechenden Rückstau in den 19. Bezirk verursachen würde, zur großer "Freude" der geplagten AutofahrerInnen und der AnrainerInnen. Die Forderung nach einer dritten Spur stadtauswärts würde dann mit Garantie nicht lange auf sich warten lassen. Dann wird's echt ungemütlich in Floridsdorf!
  • Die Wiener SPÖ hat sich im Step2025, im Fachkonzept Mobilität und im Regierungsübereinkommen 2015 zum Ziel gesetzt, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) bis 2025 unter 20 Prozent zu drücken. Dieses Ziel erreichen wir definitiv nicht mit Autobahnbau, sondern mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs (ÖV), des Radverkehrs und noch besser mit der Schaffung von wohnungsnahen Arbeitsplätzen.
  • In Floridsdorf ist noch immer ein starker Anstieg des KFZ-Besitzes zu verzeichnen, während er in vielen Innenstadtbezirken seit Jahren rückläufig ist, weil dort der ÖV attraktiver ist als der MIV. Wenn wir den Modal Split verbessern wollen müssen wir nicht das Autofahren attraktiver gestalten sondern den ÖV!
  • Die Nordbrücke gehört der Asfinag und wir alle garantieren für deren exorbitante Schulden. Will die SPÖ unseren Kindern und Enkelkindern noch mehr Lasten aufbürden, um ein ohnehin veraltetes Verkehrskonzept zu realisieren anstatt in zukunftsfähige Lösungen zu investieren?

Man kann der SPÖ nur davon abraten, mit derart undurchdachten Schnellschüssen die eigene Verkehrspolitik zu torpedieren und Floridsdorf und die Nachbarbezirke in ein Verkehrschaos zu stürzen.