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am 12. Jänner

Verschlechterung der Öffi-Intervalle - Floridsdorf ist extrem betroffen!

Brigitte Parnigoni - Eine der ersten politischen Entscheidungen der rot-rosa Rückschrittskoalition betrifft den Wochenendfahrplan der Wiener Linien. Viele Betroffene empören sich darüber, dass diverse Verbindungen ab 9. Jänner 2021 im 20–Minutentakt fahren.

Gerade die Peripherie Wiens, also auch Floridsdorf, ist bereits bisher in Bezug auf Öffi-Anbindungen benachteiligt - weit entfernt davon, dass von jedem Punkt des Bezirks das Bezirkszentrum in 15 Minuten zu erreichen ist; wo Tangentiallinien fehlen; wo mangelhafte Linienführungen und Betriebszeiten schon bisher bestanden. Hier sind nun weitere gravierende Einschnitte vorgenommen worden. Betroffen sind in Floridsdorf etwa die U6, die Straßenbahnlinien 25, 26 und 31 sowie diverse Buslinien.


So zeigt sich, dass sonntags ab Betriebsbeginn 20-Minuten-Intervalle beinahe die Regel sind, gefolgt von 15-Minuten-Abständen in den weiteren Morgenstunden. Selbst in der sogenannten Hauptverkehrszeit sind etwa die Straßenbahnlinien 25 und 26 nur mehr im Zehnminutentakt unterwegs; Buslinien wie der 30A, 32A (bei verkürzter Streckenführung), 34A (ebenfalls verkürzt) bestenfalls alle 15 Minuten. ​​

Davon extrem betroffen sind Menschen, die auch am Wochenende arbeiten, häufig gerade mit sehr zeitigem Arbeitsbeginn, wie etwas Hauskrankenpfleger*innen, Spitalspflegekräfte, Schichtarbeitende usw.

Argumentiert werden diese Verschlechterungen mit einer „Anpassung an das Fahrgastverhalten“. Dabei wird ignoriert, dass die Wiener Linien ihrem Transportauftrag mangelhaft nachkommen; nicht nur das Personal der Wiener Linien, sondern auch andere Menschen zählen zu den Systemerhalter*innen!

Diesen haarsträubenden, menschen- und umweltfeindlichen Veränderungen des Öffitaktes ging das Bekanntwerden der enormen Verteuerung des U-Bahn-Ausbaus voran. So betrugen die geplanten Kosten dafür mit Stand 2014 ca. 1 Milliarde Euro, 2019 bereits 2,1 Milliarden. Ist es zu weit hergeholt, darüber zu sinnieren, ob da wohl ein Zusammenhang besteht? Versucht ein Finanzstadtrat, der angesichts der enorm angestiegenen Kosten für den U-Bahnbau mit dem Rücken zur Wand steht, um jeden Preis, wenn auch vergleichsweise marginale, Einsparungspotentiale zu eröffnen?

Jedenfalls aber können wir keinesfalls eine Politik gut heißen, die einerseits bedeutet, dass Menschen sich nochmal lieber ins Auto setzen als unzumutbar lang bei den Stationen warten zu müssen; die andererseits eine weitere soziale Benachteiligung für all jene bedeutet, die gar kein Auto zur Verfügung haben.