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am 8. Oktober

Das Grüne Pensionsmodell - einheitlich, fair, finanzierbar

Brigitte Parnigoni - Altersarmut als Bedrohung ganz grundsätzlich, nochmal mehr die Pensionsungerechtigkeit gegenüber vielen Frauen haben die Grünen bereits vor mehr als 20 Jahren zum Anlass genommen, ein faires Pensionsmodell zu entwickeln.




Als grüner Nationalratsabgeordneter ist Karl Öllinger zuständig für Soziales und hat die Idee eines neuen Pensionssystems mit entwickelt und immer wieder aufs Neue durchgerechnet, um nachweisen zu können, dass es tatsächlich auch finanzierbar ist. Für eine Gruppe von Interessierten hat er das Modell auf Einladung der Generation plus vorgestellt.


Karl Öllinger im Interview.
Karl Öllinger

Die wesentlichen Säulen des Modells                                                                   

1. Ein einheitliches Pensionssystem soll für alle gelten. Derzeit gibt es immerhin 27 (!!) unterschiedliche Pensionssysteme. Mit der Vereinheitlichung wird u.a. etwa Luxuspensionen für PolitikerInnen der Riegel vorgeschoben.

2. Die Pension besteht aus einer aus Steuermitteln finanzierten Grundpension und einer aus den geleisteten Beiträgen berechneten Erwerbs-(Versicherungs-)Pension im Umlageverfahren. Die Gesamtpension ist mit € 3.200.- gedeckelt.

Die Grundpension soll € 890.- betragen. Anspruch auf die volle Höhe haben Menschen, die zwischen 15 und 65 zumindest 40 Aufenthaltsjahren in Österreich haben. Die Grundpension erhalten Menschen, die das gesetzliche Pensionsantrittsalter erreicht oder Anspruch auf Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension haben.

Bei der Berechnung der Erwerbspension soll einerseits die Restlebenserwartung eine Rolle spielen. Andererseits werden mit dem Pensionssplitting die in Zeiten einer Partnerschaft bezahlten Pensionsbeiträge beider PartnerInnen zusammengerechnet und beiden zu jeweils 50 Prozent gutgeschrieben.

Beide Pensionsbausteine werden jährlich inflationsangepasst.

3. Durch die Einbeziehung der Restlebenserwartung und das Pensionssplitting werden Ungerechtigkeiten des Arbeitsmarktes sowie der ungleichen Verteilung von Betreuungsarbeit ausgeglichen.

Das rege Interesse von Frauen an der Veranstaltung zeigt ihre Betroffenheit

Derzeitige Ungerechtigkeiten                         

​Steuergelder im österreichischen Pensionssystem sind derzeit sehr  ungerecht verteilt. Hohe und sehr hohe Pensionen profitieren sehr ungleichmäßig von den Steuergeldern im System. Die überwiegende Mehrheit der ASVG-PensionistInnen bekommen ihre Pensionen zu 82 Prozent aus Beiträgen von Versicherten und profitieren daher nur wenig von den Steuerngeldern im System. Die Pensionen von Selbständigen und BeamtInnen hingegen werden zu 55 Prozent aus Steuergeld finanziert. Dazu kommt noch die Tatsache, dass in Österreich stärker von Steuergeldern im System profitiert, wer eine höhere Pension erhält.

Ein ehemaliger Spitzenbeamter etwa mit € 10.000.- Pension erhält € 5.500.- im Monat aus Steuergeld!

Im Grünen Pensionsmodell werden die Steuergelder auf alle PensionsbezieherInnen aufgeteilt, und da geht sich eine Grundpension von ca. € 900.- im Monat für alle Menschen über 65 (sowie alle, die aus Krankheitsgründen nicht mehr arbeiten können), problemlos aus.


Ein Grünes Win-Win-Modell                                                                                                                                                      

Anhand etlicher durchgerechneter Beispiele zeigte Karl Öllinger auf, dass es tatsächlich GewinnerInnen des neuen Systems geben kann, etwa Frauen, die durch die Betreuung von Kindern keine 40 Beitragsjahre haben. VerliererInnen gibt es allerdings so gut wie keine, da auch der durchschnittlich oder bestverdienende Mann mit der neuen Berechnungsmethode keinen Nachteil hätte. Und das Haushaltseinkommen von Paaren, deren zwei Einzelpensionen mittels Pensionssplitting berechnet werden, wäre sicher nicht geringer als heute.

Ein faires Pensionssystem für alle - Das ist Grün!