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am 17. Oktober

Pflegende Angehörige wertschätzen und unterstützen!

Evelyne Stelzer - Pflegende Angehörige leisten großartige Arbeit und entlasten das Gesundheitssystem erheblich. Die gute Nachricht: 150 Community Nurses in ganz Österreich sollen hier bald Unterstützung und Beratung bieten!

Alte Frau mit Gehstock sitzt und wird von Pflegekraft tröstend berührt

Etwa 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause durch Angehörige betreut. Das heißt, fast eine Million ÖsterreicherInnen sind darin eingebunden, ohne sie würde unser Pflegesystem völlig zusammenbrechen.

Den Großteil dieser oft schwierigen Aufgabe leisten Frauen. Pflegende Angehörige ersparen der Gemeinschaft Kosten in Milliardenhöhe, welche sonst für stationäre Pflegeeinrichtungen benötigt würden. Und der Fachkräftemangel in der beruflichen Pflege wäre ohne sie noch eklatanter. Die Corona-Krise hat zudem pflegebedürftige Menschen und deren An- und Zugehörige sehr belastet.

Wichtig ist, dass sich pflegende Angehörige rechtzeitig Hilfe holen, bevor eine seelische und körperliche Überforderung, Wegbrechen der sozialen Kontakte und Verlust ihrer eigenen Bedürfnisse Alltag sind.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Professionelle Pflegedienste, mobile und soziale Dienste, ehrenamtliche UnterstützerInnen, Hospiz- und Palliative Care und andere Anbieter stehen den Pflegebedürftigen und betreuenden Angehörigen zur Seite und entlasten sie.

Das Sozialministerium bietet bereits diverse Unterstützungsmaßnahmen wie die Möglichkeit der kostenlosen pensionsrechtlichen Absicherung, Zuschüsse für Ersatzpflege bei Krankheit, Kur oder Urlaub der pflegenden Angehörigen oder das kostenlose Angehörigengespräch. Auch die Arbeiterkammer und die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger geben wichtige Informationen zum Beispiel zu Pflegekarenz und Pflegeteilzeit.

Bald 150 Community Nurses als Unterstützung für Pfegende Angehörige

Bei einer Demenz-Erkrankung tragen pflegende Angehörige starke psychische Belastungen. Aktuell sind ca. 130 000 Menschen in Österreich dementiell beeinträchtigt. „Besonders für pflegende Angehörige bedeutet dies eine starke emotionale Belastung, aber auch für die Fachkräfte ist es ein zusätzlicher Aufwand.

"Mit dieser Herausforderung dürfen wir niemanden allein lassen“, betont die Pflegesprecherin der Grünen, Bedrana Ribo, und weiter: „Je früher eine Demenz-Erkrankung erkannt wird, desto besser kann der Krankheitsverlauf beeinflusst werden. 150 Community Nurses in ganz Österreich sollen hier bald Unterstützung und Beratung bieten. Sie sollen nicht nur bei Pflegebedarf vor Ort beraten und unterstützen, sondern auch frühzeitig Pflegebedarf erkennen und durch Gesundheitsförderungsmaßnahmen vorbeugen. „Ich bin überzeugt, dass Community Nurses eine wichtige unterstützende Rolle in der Gemeinde einnehmen können und werde mich weiterhin für diese und ähnliche Projekte wie den pflegefreien Tag einsetzen“, bekräftigt Ribo. Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, ergänzt: „Wir sehen im derzeitigen System beim Pflegegeld den erhöhten Betreuungsaufwand für Demenzkranke noch nicht ausreichend abgebildet. Hier gibt es Reformbedarf.“

Es braucht in der häuslichen Pflege zeitnah zukunftsgerichtetete Alternativen. Care-Arbeit muss gerecht verteilt, gewertschätzt und bedürfnisgerecht unterstützt werden!

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