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am 18. April

„Respekt“: Ein Präventionsprogramm für Schulen mit besonderen Herausforderungen

Brigitte Parnigoni - Unter dem Motto "Respekt - gemeinsam stärker" startet die Stadt Wien ein neues Programm für Wiener Schulen mit besonderen Herausforderungen. Die Entwicklung des Programms wird der unabhängige Integrationsexperte Kenan Güngör begleiten. Bürgermeister Michael Ludwig und Gemeinderätin Gemeinderätin Birgit Hebein von den Grünen haben es vorgestellt.

Ausgrenzung

Die Idee                                                                                

Hinter dem Programm „Respekt: Gemeinsam Stärker“ steckt die Idee, mit gemeinsamen Anstrengungen zwischen LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern für mehr Respekt im Schulalltag zu sorgen. Abwertung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, Religion oder Weltanschauung und Vorurteilen, aber auch Mobbing, Spannungen und Konflikte im Klassenzimmer, Diskriminierungserfahrungen oder Hass im Netz sind die Herausforderungen, denen gezielt entgegen getreten werden soll.

Integration fängt in der Schule an.
Integration und Respekt beginnen in der Schule

Ziel ist es, die Jugend- und Integrationsarbeit sowie die Frauen- und Mädchenförderung in einem dauerhaften und umfassenden Programm stärker in der Schule zu verankern. Damit setzt Wien zugleich auf bildungs- wie auch integrations- und frauenpolitische Akzente.

Es geht darum, Mädchen und Burschen gezielt zu stärken, PädagogInnen im Umgang mit den vielfältigen Problemen von Jugendlichen zu unterstützen und Eltern als zentrale BildungspartnerInnen mit einzubeziehen. Das Programm richtet sich daher mit zielgruppen-spezifischen Angeboten an alle SchulpartnerInnen und wird insbesonders an Schulen mit hohen sozialen Herausforderungen durchgeführt.

Verantwortlich für das Programm sind die Magistratsabteilungen für Kinder- und Jugendhilfe (MA 11), die Jugendabteilung (MA 13) und die Integrationsabteilung (MA 17) gemeinsam mit dem Frauenservice Wien (MA 57) sowie der Bildungsdirektion. Sie werden gemeinsam unter Begleitung von Kenan Güngör das Programm erarbeiten; es soll im Laufe des Schuljahres 2019/20 in Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen in einer Pilotphase getestet und evaluiert werden.

Programm für alle SchulpartnerInnen                                                                  


Birgit Hebein, Spitzenkandidatin der Grünen Wien sagt dazu: „Schulen sind der Ort mit der höchsten Diversität. Dadurch entsteht viel Konstruktives, gleichzeitig können aber auch Reibungspunkte entstehen. Wir wollen genau dort hinschauen, wo es manchmal wehtut: Dorthin, wo es Spannungen, Diskriminierungen und Abwertungen im sozialen oder religiösen Bereich, bei den Geschlechterrollen oder woanders gibt. Diese Probleme an der Wurzel zu packen und zu lösen, ohne rassistische Scheindebatten, das wollen wir mit dem heute vorgestellten Präventionsprogramm erreichen“.

Integrationsexperte Kenan Güngör meint, dass die Schulen einer der zentralen Orte sind, wo die sozio-kulturelle, sprachliche und religiöse Pluralität sichtbar und spürbar wird. Sie ist die Normalität an unseren Schulen und nicht die Ausnahme. Unsere Schulen müssen daher auch mit den Schattenseiten dieser Pluralität gut umgehen können. ​

Gelungene Integration

Angebote zur Stärkung von Mädchen und Burschen als Schwerpunkt


Schülerinnen und Schüler sollen ihre individuellen Stärken erkennen; es soll Raum für Austausch, Fragen, Anliegen, Konflikte und Probleme geben und sowohl Mädchen als auch Burschen über Beratungsangebote informieren. ​

Schülerinnen und Schüler sollen in einer respektvollen, gleichberechtigten, gewaltfreien, angstfreien und vorurteilsfreien Umgebung lernen und sich entfalten können. Dabei sind die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Mädchen und Buben miteinzubeziehen. Sowohl Mädchen als auch Buben werden immer noch mit Rollenstereotypen und dementsprechenden Erwartungshaltungen konfrontiert. Hier gilt es dagegenzuhalten: unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder religiösen Herkunft Handlungsspielräume zu erweitern – als Gegenstück zu oft vorhandenen Geschlechterklischees.​


Für ein gelingendes Miteinander braucht es aber auch die Einbeziehung von LehrerInnen und Eltern. Daher beinhaltet das Programm Angebote zur Unterstützung von PädagogInnen und Eltern. Nicht zuletzt wird das Unterstützungsnetzwerk für Schulen mit besonderen Herausforderungen durch zusätzliche Ressourcen und die Expertise von internen und externen PartnerInnen erweitert.​

Demokratische Entscheidungen an Schulen

​Rückfragen:

Mag. Christoph Humitsch, Kommunikation DIE GRÜNEN WIEN

Tel.: 01 4000/81766​