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am 30. Oktober

Was macht die Corona-Pandemie mit uns?

Gerti Zupanich - Das Virus Covid19 betrifft nicht nur unsere Gesundheit, sondern verändert viele Bereiche. Es verändert das Handeln der Politik, der Wirtschaft und insbesondere das Zusammenleben der Zivilgesellschaft.

Rothaarige Frau zieht sich MNS Maske an

Der erste Lockdown im März 2020 überraschte uns. Wir waren jedoch zuversichtlich, dass es dieser notwendigen Einschränkungen bedurfte, um die Pandemie nicht weiter ausbreiten zu lassen. Mittlerweile sinkt die Zustimmung dazu kontinuierlich und Verschwörungstheoretiker*innen können sich weltweit ausbreiten. Zur Verunsicherung trägt bei, dass niemand abschätzen kann, wann es zu Ende sein wird und wir wieder unser „normales“ Leben führen dürfen.

Je länger die Einschränkungen dauern desto mehr werden die Folgen spürbar: Existenzängste, Einsamkeit, häusliche Gewalt, Kinderarmut, Engpässe bei medizinischer Versorgung, psychische und physische Belastung. Die Spätfolgen sind noch gar nicht absehbar und werden uns vor neue Herausforderungen stellen.

Unsere langjährigen sozialen Einrichtungen erwiesen sich als nicht ausreichend für eine Pandemie. Die nachträglich gesetzten Maßnahmen in kleinen Schritten auf vielen Gebieten verwirrten uns.

Nicht nur, doch besonders bei bestehenden sozialen Unterschieden wirkt die Coronakrise wie ein Brennglas.

Aus der Corona Krise wurde eine soziale Krise.

Rosa Sparschwein mit schützender Gesichtshaut und auf blauem Hintergrund isolierte Euro-Noten.
Corona: Hände waschen

Mein Brennglas möchte ich auf die Unterschiede zwischen den Generationen im Umgang mit der Krise richten. Wie gehen und gingen junge Menschen mit dieser Pandemie-Situation um, und wie die als Risikogruppe bezeichneten 65+ Personen?

Ein Resümee aus Gesprächen mit diesen Gruppen: 

Beginnend mit drei Schulkindern - 10 bis 14 Jahre:​​„Masken Tragen und Handhygiene müssen halt sein“.

Viele sind bereits mit digitalem Lernen vertraut, deshalb kein Schock beim Heimunterricht ​(so sie mit entsprechenden Laptops ausgestattet sind). Einig sind sie sich alle, es fehlen die Freund*innen und die Veranstaltungen: „Keine Halloween – Party“!

Gedanken über die Corona-Krise und die Welt von Morgen gehören bereits zu den Überlegungen bei einem 14jährigen. „Coronakrise sehe ich als Reinigungsprozess der Erde an. Wir sollten mehr über alles nachdenken“.

Überlegungen wie es Jugendlichen ab 16 Jahren geht?

Sie sind bereits mit digitalen Medien aufgewachsen. Kontakte zu Gleichaltrigen finden häufig über soziale Medien statt. Ihre Sorgen, ausgelöst duch Covid19, betreffen nicht so sehr die Einschränkungen der Kontakte, sie sind ganz anders gelagert. Wie finden sie bald einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz? Die Lage sieht dzt. aussichtslos aus!

Noch mal anders betroffen sind Studierende etwa zwischen 18 und 22. Die typischen Studentenjobs, nötig zur Finanzierung des Studiums, sind zu allererst weggebrochen: Service in der Gastronomie, Mithilfe in Büros u.Ä. Der Studienbetrieb ist online bzw. eingeschränkt: Übungen, Exkursionen, Auslandsaufenthalte fallen aus. Netzwerke, die von persönlichen Kontakten leben, zerreissen. Derart allein dastehend ist die Verunsicherung groß.​​

Arzt, der ein Testkit für Viruserkrankungen besitzt COVID-19 2019-nCoV. Test des Lab-Card-Kits auf virales neuartiges Coronavirus.

Die Risikogruppe 65+:

Plötzlich einer Risikogruppe anzugehören, nur bezogen auf das Lebensalter ohne den Gesundheitszustand und die Vorerkrankungen einzubeziehen, war der erste Schock! Unvorbereitet traf dies diejenigen, die in Pflege- oder Pensionist*innen- Einrichtungen wohnen. Dieser Lockdown verursachte dort mehrheitlich große Unsicherheit.

Alter ist an und für sich als differenziert zu betrachten. Pauschal zu urteilen wer ist alt, wer nicht, führt nur zu Vorurteilen. Viele haben Enkelkinder und stehen in gutem Kontakt mit ihnen. Das plötzliche AUS traf unvorbereitet und tat weh!

Diese Generation besitzt eine lange Lebenserfahrung und die Zuversicht: Auch das kann überwunden werden, wie manches in ihrem Leben. Der Alltag wird überdacht, neu geordnet, Hilfe wird angenommen, nach Auswegen für fehlende Kontakte gesucht. Im Vorteil sind diejenigen, die mit digitalen Möglichkeiten wie z.B. WhatsApp oder Videokonferenzen vertraut sind.

Für die „Jammerer“ haben die meisten wenig Verständnis. Nur: Dann gibt es eben auch die, die wirklich existenziell betroffen sind!

„Wir haben Frieden, ein Dach überm Kopf, haben zu essen, Wasser kommt aus dem Hahn …“. Wir werden auch den nächsten Lockdown überstehen. Und irgendwann wird auch diese Pandemie zu Ende sein!

Eine Kinderstimme: "Ich wünsche mir, dass es bald vorbei ist. Dann kann ich endlich wieder alle umarmen die ich lieb habe!"