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am 3. April

Enttäuschende Präsentation der Projekte für das Quartier „An der Schanze“

Heinz Berger - Wir meinen, dass da wesentlich mehr Qualitäten möglich sein müssen!

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Wien 2022 "Neues soziales Wohnen" stellt „Leistbarkeit, Mobilität, gute Nachbarschaft und gesundes Wohnen“ ins Zentrum ihrer Aktivitäten.

Heinz Berger, Klubobmann der Floridsdorfer Grünen, zeigt sich dennoch enttäuscht vom Ergebnis. Berger kritisiert: „Angesichts dessen, dass die größte soziale Herausforderung der näheren Zukunft die Klimakrise ist, sollte bei einem stadtplanerischem Leuchtturmprojekt der IBA wie dem Quartier „An der Schanze“ deutlich größeres Augenmerk darauf gerichtet werden, dass es ein klimagerechter Stadtteil wird! Außerdem vermissen wir Grüne die vielen wertvollen Ideen aus der Bevölkerung, geäußert im Beteiligungsverfahren. Das Ergebnis ist ein Stadterweiterungsprojekt wie viele andere auch – auf hohem Niveau, aber ohne den speziellen Charakter und die Besonderheiten des Donaufelds zum Ausdruck zu bringen. Wir hätten ein Stadterweiterungprojekt mit viel mehr Individualität und Charme erwartet!“

Ähnlich wie bei anderen Stadtentwicklungsprojekten der jüngsten Zeit (Seestadt, Nordbahnhof, Sonnwendviertel, …) sind auch die Sieger-Projekte des Bauträgerwettbewerbs für den ersten Teil des Stadtentwicklungsprojekts Donaufeld von hoher Dichte und nur wenig architektonischer Innovation geprägt. Die im Wohnfonds Wien präsentierten Projekte  glänzen durch soziale Standards wie SMART-Wohnungen, Wohnungen für Alleinerziehende, Grätzelzentren, Gemeinschaftsräume, SeniorInnen-Wohnungen, attraktive Freiräume und neue Mobilitätsformen (E-Mobility, Car-Sharing, Bike-Sharing, …). Viele ökologische Qualitäten, die im Bürgerbeteiligungsverfahren Donaufeld​​ ausverhandelt und großteils im Zuge der Flächenwidmung 2017 beschlossen wurden, wie der 12 Hektar große Grünzug Donaufeld, ein Gewässer, Dachbegrünungen, eine nachhaltige Energieversorgung und ein umfangreiches Verkehrskonzept kamen in der Präsentation leider kaum vor. 

Wie schon auf Seite 19 des Erläuterungsberichts zur Flächenwidmung festgehalten sind „zur Verbesserung des Kleinklimas und als Kompensation der durch die Neubebauung entstehenden Versiegelung der landwirtschaftlich genutzten Flächen […] Dächer von Gebäuden […] zu begrünen!“ Für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und zur Erhöhung der Lebensqualität von weniger Wohlhabenden wird es in Zukunft unerlässlich sein, dass in neuen Wohnsiedlungen die Häuser natürlich gekühlt und keine neuen Hitzeinseln geschaffen werden.

Ein renommiertes und zukunftweisendes städteplanerisches Unternehmen wie die IBA ist dringend angehalten, diese Herausforderungen anzunehmen und ihre Umsetzung auch in Donaufeld mit Nachdruck vorantreiben. ​

Anmerkung: Die für 8. April geplante Präsentation des Projektes im Quartier an der Schanze ist abgesagt!

Umso innovativer scheint hier das Siegerprojekt der Baugruppe Treibhaus Donaufeld, das noch erwähnt sein soll: 

Bis 2023 entsteht ein neunstöckiges, fassadenbegrüntes Haus. Die Historie des Donaufelds lebt in der Architektur weiter: Im Winterfeld laden Gemeinschaftsflächen zu gemeinsamen Aktivitäten (Kochen, Veranstaltungen etc.) auch Bewohner*innen des gesamten Grätzels ein und vereinen so die besten Merkmale aus Stadt- und Landleben.