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am 10. Juni 2015

Siemensäcker: Dialog mit den AnrainerInnen

Webredaktion Grüne Floridsdorf - Stadtplanung, Sozialbau und ArchitektInnen traten am 9. Juni 2015 mit Anrainerinnen und Anrainern in einen Dialog über das Vorhaben zu den Siemensäckern. Die Politik war in zuhörender Funktion vertreten.

Über 150 interessierte Gäste kamen zur Versammlung in die Steinheilgasse.

über 150 Gäste bei der Versammlung am 9. Juni


Stadtplanung, Sozialbau und ArchitektInnen traten am 9. Juni 2015 mit den AnrainerInnen in einen Dialog über das Vorhaben zu den Siemensäckern. Helmut Sommerer, der im April, bei der außerordentlichen Generalversammlung des Siedlervereins Wolfsgrube zum Siedlervertreter im Bebauungsverfahren "Siemensäcker" gewählt worden ist, setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Veranstaltung direkt vor Ort stattfand. Rund 150 interessierte Anrainerinnen und Anrainer kamen, und brachten sich mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen sehr sachlich in die Diskussion ein.

Die Politik hatte diesmal eine zuhörende Funktion. Alle Fraktionen waren eingeladen, MandatarInnen von SPÖ, WIFF und von uns GRÜNEN kamen gerne, um sich die Anregungen und Forderungen anzuhören.

Die Vorgeschichte zum Bauvorhaben


​Für das Areal der "Siemensäcker" (zwischen Heinrich von Buol-Gasse, Steinheilgasse und Leopoldine Padaurek-Straße) im 21. Bezirk wurde 2013 ein europaweiter Wettbewerb (EUROPAN 12) ausgelobt. Expertinnen und Experten haben gemeinsam mit drei ausgewählten Siedlervertretern das Siegerprojekt weiterentwickelt. Das erarbeitete Leitbild wurde nun vorgestellt.​

​​Grundstückseigentümer ist die gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft WOHNBAU, die zur SOZIALBAU AG gehört. Sie hat das Grundstück vor kurzem von der Firma Siemens erworben, die diese Flächen nicht mehr für die Erweiterung des Unternehmens benötigt.


Die Eckdaten zum geplanten Bauvorhaben


​Geplant ist von der Sozialbau die Errichtung von 1.200 Wohnungen auf einer Fläche von insgesamt 8,5 ha. Die Gebäudehöhe beträgt etwa 9 bis 12 Meter, die bis zu 35 Meter ansteigen werden in Richtung Leopoldine Padaurek-Straße. 

Es sind eine Schule, ein Kindergarten und ein Nahversorger vorgesehen, ebenso wie soziale Knotenpunkte mit einem Sozialen Träger, sowie eine Sporthalle. In der Mitte soll ein Park von 1ha Größe entstehen, der Grünraum mit Bäumen als Abstand zur bestehenden Siedlung ist 10-15m geplant, stellenweise auch breiter. 

Eine Realisierung des Bauvorhabens ist von 2018-2022 geplant.

Irritation erzeugte allerdings die Tatsache, das von den drei in die Planungen einbezogenen Siedlervertretern zuvor die Anzahl von 1.000 Wohnungen und einem einzigen höheren Haus mit 35m kommuniziert wurde, während nun bei der Präsentation auf einmal von 1.200 Wohnungen und drei Gebäuden mit 35m die Rede war. Auch in der Sitzung der Bezirksvertretung Floridsdorf vom 15. April 2015 informierte der Bezirksvorsteher über den Bau von 1.000 Wohnungen. Es beeinträchtigt das gegenseitige Vertrauen, wenn bei der Präsentation andere Zahlen präsentiert werden, als im Vorfeld gemeinsam erarbeitet wurden.


Die Stellungnahmen aus der Bevölkerung


Helmut Sommerer, Siedlervertreter der Siedlung Wolfsgrube im Bebauungsverfahren "Siemensäcker", begrüßte eingangs die Bereitschaft zum Gespräch seitens des Bauträgers, des Bezirkes und der Stadtplanung. Seine zentrale Forderung ist eine "...sensible, an die Siedlung angepasste Bebauung der Siemensäcker". Das wurde mittels Petition auch von nahezu der gesamten Siedlung unterzeichnet.

Von der Bevölkerung kamen viele Forderungen und Anregungen. Diese wird es in einem offiziellen Protokoll der Versammlung in etwa zwei Wochen nachzulesen geben.

Die häufigsten Wünsche waren:

  • Reduktion der Bauhöhe und Anzahl der Wohnungen
  • Mit dem Grundwasser haben viele BewohnerInnen derzeit große Probleme. Vor dem Umwidmungsverfahren fordern die AnrainerInnen daher die Vorlage eines hydrologischen Gutachten seitens der Behörden.
  • Der Grünstreifen zwischen der bestehenden Siedlung und der neuen Anlange soll 30m breit werden, so wie das den AnrainerInnen früher zugesagt worden war.
  • Es soll "möglichst viel Grün" in der neuen Siedlung kommen
  • Wenn die neue Siedlung eine gute Kanalisation bekommt, dann sollen auch die Einfamilienhäuser eine bessere Lösung als die bestehende Vakuumpumpe bekommen, mit der es immer wieder Probleme gibt.
  • Eine Verparkung der Straßen der Einfamilienhaussiedlung durch die neuen BewohnerInnen soll vermieden werden, eine gute Auslastung der Garagen ist anzustreben. 
  • und einiges mehr...

Die Grüne Position


​Das Bauvorhaben ist insgesamt gut durchdacht und bietet viele gute Elemente, wie etwa einen zukünftigen Zugang zur Schnellbahnstation Siemensstraße, eine bessere Buslinienanbindung, soziale Infrastruktur wie etwa einen Kindergarten und eine Schule, kleinere Wohnblöcke mit öffentlichen Zwischenräumen, das Konzept einer umweltfreundlichen Baustelle, und vieles mehr.

Es wird nun wichtig sein, möglichst viele Anregungen der Anrainerinnen und Anrainer umzusetzen. Gerade angesichts des konstruktiven und sachlichen Klimas bei der Versammlung ist es die Pflicht von Bauträgern und Politik, viele Vorschläge aufzunehmen und umzusetzen, um als positives Beispiel dafür zu dienen, dass man mit sachlichen Forderungen mehr erreicht als mit lautstarken Beschimpfungen, wie das manchmal bei BürgerInnen-Versammlungen auch der Fall ist.

Wir Grüne unterstützen die Forderung der AnrainerInnen nach einer sensiblen und angepassten Bebauung, d.h. nach einer Reduktion von Bauhöhe und Anzahl der Wohnungen, sowie einer Vergrößerung des öffentlich zugänglichen Grünraumss.

Die wichtigsten Forderungen aus der Bevölkerung, die gelöst werden müssen, sind einerseits eine nachhaltige Lösung für das bestehende Grundwasserproblem, und andererseits eine Verbreiterung des Grünstreifens zur bestehenden Siedlung - und zwar ohne den Park in der Mitte zu verkleinern oder manche Häuserblöcke noch weiter aufzustocken.

Wir fordern die Einhaltung der Kriterien des "Grün- und Freiraumplans" des STEP 2025 (beschlossen im Juni 2014 vom Wiener Gemeinderat). Demzufolge sind bei einer Fläche von 8,5ha und einer Bewohenrzahl von 2400 Menschen öffentlich nutzbare Grünflächen im Ausmaß von mindestens 2,76ha vorgeschrieben, im Sinne der sozialen Verträglichkeit und des Nutzungsdrucks auf den öffentlichen Grünraum.

Susanne Dietl, Gabriele Tupy, Alexander Polansky

Anekdote von der Veranstaltung


Hr. Zechner, Sozialbau:
​"Es gibt leider eine Obergrenze für den Preis von Grundstücken für leistbaren Wohnbau!"

Zwischenruf aus dem Publikum:
​"Im Gegensatz zu den Gehältern der Sozialbau-Vorstände. Da gibt es keine Obergrenze"

​​Gelächter.

Mehr zu den Gehältern des Sozialbau-Vorstandens lesen sie hier.