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am 4. June 2017

Wohnen auf dem Supermarkt - Innovative Schritte für leistbaren Wohnraum und ein weiterhin grünes Floridsdorf.

Gabriele Tupy - Seit der Finanzkrise 2008 explodieren auch in Wien die Immobilienpreise denn Immobilien werden als Wertanlage gesehen. Verbunden mit dem starken Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre sorgt das für knappe Flächen und steigende Preise in der Stadt. Bereits 2012 ließ der Grüne Gemeinderat Christoph Chorherr mit seiner Idee „Wohnen auf dem Supermarkt“ aufhorchen.

Überbauung Auhofcenter

Platzverschwendung: frei stehende ebenerdige Supermärkte mit riesigen Parkplätzen

Besonders in den großen Bezirken Wiens, wie bei uns in Floridsdorf, gehören sie zum wenig attraktiven Bezirksbild: die Penny- und Drogeriemärkte, Fressnapf-, Lidl-, Hofer-, Merkur- und Billa-Filialen & Co – ebenerdige Bauten mit dem Aussehen von überdimensionalen Schuhschachteln mit enormen Parkplatzflächen davor. Geht es nach den Grünen Floridsdorf soll in Zukunft Schluss damit sein. Ein erstes Arbeitspapier mit Adresse und Bildern von rund 50 solcher uncharmanten und Platz verschwendenden Gewerbeflächen im Bezirk wurde erstellt. „Christoph Chorherr hat die Bezirke eingeladen, Standorte für mögliche Überbauungen zu erheben und bekannt zu geben. Wir haben das Dokument an unsere Planer im Rathaus weitergeleitet“. Jetzt wird überprüft, welche Standorte sich besonders gut zur Überbauung mit Wohnbauten eigenen (Grundstück der Stadt? Älterer, sanierungsbedürftiger Supermarkt?) und welches die ersten Projekte in Floridsdorf sein werden.

Beim Citygate in der Adaklaer Straße wurde die Überbauung eines Supermarktes bereits realisiert.

Die Stadt der Zukunft: Eine Stadt der kurzen Wege

Ebenerdige Supermärkte mit großen Parkplätzen widersprechen auch dem Zukunftsmodell der CO2-reduzierten Stadt der kurzen Wege. Wer jedoch bereits über dem Supermarkt wohnt, braucht nicht erst mit dem Auto hinzufahren, er findet schon alles, was er braucht, das eine oder andere Stockwerk tiefer. Dass auch nachträglich erfolgreich überbaut werden kann, zeigt das Pilotprojekt Auhof-Center in Penzing. Die Gestaltung des innovativen Wohnprojekts mit 70 Wohneinheiten in Form eines Vierkant-Hofs (Architektur: querkraft), ermöglicht einen großzügigen Innenhof mit Sitzmöglichkeiten, Grüninseln, bespielbaren Rasenflächen sowie von allen Wohnungen her einsehbaren Spielplätzen.

​Und ​das Grüne Erfolgsprojekt macht inzwischen Schule: ob in Salzburg, in München oder Berlin!

Statt Platzverschwendung Re-Urbanisierung

Seit Gründung der europäischen Stadt galt das Prinzip der Nutzungsmischung, Kompaktheit und Dichte: "Man möge durch alle Bezirke gehen und sich dort anschauen, wie viel Platz die Parkplätze einnehmen. Knüpfen wir dann an die 'jahrtausendealte Geschichte der Stadt' an, in der in den Erdgeschoßflächen produziert und eingekauft wurde und darüber gewohnt“, sprach Christoph Chorherr eine Einladung an alle Bezirke aus. Denn in den letzten Jahrzehnten wurde dieses Prinzip vielfach aufgelöst und es entstanden ebenerdige, platzverschwendende Einkaufsmonostrukturen mit ebenso ebenerdigen Parkplätzen davor. Wir Grüne sind davon überzeugt, dass sich auch große Gewerbegebiete für eine Überbauung eignen und künftig um Wohnungen ergänzt und damit besser genutzt werden können. Standorte, die bisher dem Handel vorbehalten waren, können umgewandelt werden, um dort erste Schritte einer verdichteten Re-Urbanisierung vorzunehmen.

Überbauungsprojekte in Floridsdorf: Machen Sie

​mit, ergänzen Sie unsere Liste

Standorte der Supermärkte

​Wir laden Sie, liebe LeserInnen dazu ein, die erhobenen Daten zu ergänzen. Weitere Adressen und Fotos möglicher Standorte, die Ihnen auffallen und die sich aus Ihrer Sicht zu einer Überbauung eignen könnten, senden Sie bitte an: gabriele.tupy@gruene.at​