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am 12. Juli

„CITY NATURE“ Wiesenpflegetag am Bisamberg

Gabriele Tupy - Am 9. Juli 2020 fand ein Wiesenpflegetermin für den Artenschutz auf der Falkenbergwiese am Bisamberg mit Sensenmähen statt. Wir Floridsdorfer Grüne waren mit dabei.

Gabriele Tupy, grüne Bezirksrätin (Dritte von rechts), war mit dabei.


Der massive Verlust der Biodiversität (Artenvielfalt) ist für den Menschen so bedrohlich, wie der Klimawandel. „CITY NATURE“ will das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt stärken. Seit 2019 gibt es auch bei uns in Floridsdorf das Interreg-Projekt SK-AT „CITY NATURE“ von Wien und Bratislava. Am 9. Juli 2020 fand ab 10 Uhr ein Wiesenpflegetermin auf der Falkenbergwiese am Bisamberg mit Sensenmähen statt. Die Grünen Floridsdorf waren mit dabei.

Der Bisamberg ist wegen seiner extremen Bodenbeschaffenheit und seines windreichen, trockenen und heißen pannonischen Klimas ein Hotspot der Biodiversität in Österreich und zählt zu den artenreichsten Gebieten Mitteleuropas.

Ein Ziel von „CITY NATURE“ ist die Erhaltung der Artenvielfalt auf den Wiesen in unserer Stadt – so auch auf dem Bisamberg. Der Bisamberg mit seinen Ausläufern ist zweifellos auch Floridsdorfs wichtigste Wiesenlandschaft. Nur wenn wir die Artenvielfalt hier am Bisamberg erhalten, können mit dem Wind Samen auch auf die Wiesen unserer Parks und Wohnhausanlagen gelangen und die Artenvielfalt im Bezirk – bei entsprechender Wiesenpflege – insgesamt erhalten und erhöht werden.

Artenreiche Wiesen sind für die Biodiversität, unsere Wildbienen und Schmetterlinge ebenso bedeutsam, wie für die Erholung von uns Menschen. Der Wiesen-Salbei mit seinen wunderschönen blauvioletten Blüten ist für uns in Floridsdorf zB noch eine Selbstverständlichkeit, er blüht hier an vielen Orten wild. Für andere Teile Wiens gilt dies leider nicht mehr, wie uns MitarbeiterInnen der MA 22 heute erzählten“, so die Grüne Bezirksrätin Gabriele Tupy. Auch die Gelbe Skabiose, die Berg-Aster, die Skabiosen-Flockenblume oder das Grauscheiden-Federgras können durch eine entsprechende Wiesenpflege gefördert werden. Wichtig ist, dass Wiesen nicht auf einmal komplett gemäht werden – weil die Bienen und Insekten dann keine Nahrung mehr finden. Es sollte daher immer ein blühender Wiesenstreifen stehen gelassen werden. Eine artenreiche Blumenwiese wird nur zweimal jährlich gesenst.

„CITY NATURE“ bietet immer wieder kostenlos Exkursionen, Infostände, Sensenmäh- und Wiesen-Pflegetermine für die Bevölkerung an. Ziel ist es, immer mehr Menschen für diese Art der Wiesenpflege zu gewinnen (anstatt permanent geschnittener Rasenflächen) und damit für den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren, „auch in den Floridsdorfer Parks und Privatgärten soll es wieder viele artenreiche Wiesen geben“, so Tupy.

Nicht zuletzt sucht „CITY NATURE“ auch Unternehmen, die sich ökologisch engagieren wollen und ihre MitarbeiterInnen und Teams für einen Tag Wiesenpflege freistellen. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit „CITY NATURE“ auf www.city-nature.eu.

Wiener Wald- und Wiesen-Charta


Erst am 25. Juni im Wiener-Landtag beschlossen wurde die „Wiener Wald- und Wiesen-Charta“ – ergänzt durch drei Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen für die Bereiche Gewässer, Wald und Artenschutz (dazu zählt auch das Projekt „CITY NATURE“).

Die Charta bietet eine Leitlinie und Orientierungshilfe für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung genauso, wie auch für EigentümerInnen, BewirtschafterInnen, NGO’s, NPO’s sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Die Ziele sind in zwölf Leitsätzen festgeschrieben (siehe Bild).​

Wiener Schnirkelschnecke

Die Wiener Wald- und Wiesen-Charta wird durch drei weitere ergänzende Dokumente mit Leben erfüllt, die ein ganzes Bündel an detaillierten Maßnahmen enthalten:

  • ​Der Aktionsplan Artenvielfalt
    Der Aktionsplan Artenvielfalt zeigt deutlich auf, wie Artenschutzmaßnahmen mit Klimaschutzmaßnahmen Hand in Hand gehen. Ziele der Maßnahmen sind die Erhaltung, Ergänzung und Erneuerung von artenreichen Grünflächen. Naturnahe Gärten können und sollen mit der Plakette „Naturnahe Grünoase“ ausgezeichnet werden.
  • Der Aktionsplan Wald
    Der Aktionsplan Wald geht von einer ganzheitlichen Betrachtung dieses Ökosystems aus – wobei dessen nachhaltige Erhaltung und Erweiterung im Einklang mit den verschiedensten Nutzungs-Interessen gebracht wird. Hier geht es beispielsweise um kahlschlagfreie Baumentnahmen und einen möglichst schonender Abtransport – etwa durch Pferde. Gleichzeitig werden auch Baumkronen bzw. Altholz als Lebensraum und Nahrungsstätte für seltene Arten im Wald belassen. Insgesamt werden 10 % der gesamten Waldfläche und auch im bewirtschafteten Wald pro Hektar mindestens 5 geeignete Biotopbäume außer Nutzung gestellt.
  • Der Aktionsplan Gewässer
    Der Aktionsplan naturnahe Gewässer hat den Erhalt, die Verbesserung und die Schaffung neuer naturnaher Lebensräume für Pflanzen und Tiere im Fokus. Dafür gibt es bereits gelungene Vorzeigeprojekte wie beispielsweise am Wienfluss, am Liesingbach oder an der Alten Donau.
    Maßnahmen zum Schutz und zur Erhöhung der Artenvielfalt an Wiener Gewässern sind zum Beispiel: die Naturnahe Ausgestaltung von Uferbereichen, das Entfernen von harten Sohl- und Uferverbauungen sowie die Pflanzung und Pflege standorttypischer, heimischer Gehölzarten in den Uferbereichen.​

Die Charta ist ein starkes Bekenntnis zum Erhalt, zur Verbesserung und Erweiterung der großen grünen Landschaftsräume in und um Wien. Die Großregion Bisamberg, der Regionalpark ‚DreiAnger‘, das
Marchfeld mit dem Norbert-Scheed-Wald, der Donauraum mit dem Prater, die Terrassenlandschaften im Süden Wiens, der Wienerwald und die Schließung des Grüngürtels werden davon insgesamt nachhaltig
profitieren“ ,
so der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch.​