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am 25. Februar

Floridsdorfs Bäume in Zahlen und: Der Wunderbaum

Angelika Pauer - Einige spannende Zahlen über Floridsdorfs Bäume sind hier zusammen getragen.

Jedlesee

Wiens Bäume, die auf öffentlichem Grund wie Straßen, Parks oder auf waldähnlichen Flächen stehen und von der MA 42 betreut werden, sind im Online-Baumkataster​ gelistet. Darüber hinaus werden auch die Datensätze vieler Bäume, die in der Verantwortung weiterer Magistrate oder Städtischer Werke sind, veröffentlicht. Einige spannende Zahlen über Floridsdorfs Bäume haben wir für Sie aus dieser Datenquelle herausgefiltert.



Es gibt 19 146 Pflanzstellen, von denen derzeit 962 leer sind. Der aktuell älteste Baum in unserem Bezirk wurde 1879 gepflanzt und steht im Wasserpark, wo auch 35 weitere Bäume, die vor 1900 gepflanzt wurden, stehen.

Mit Abstand die meisten Bäume fallen in die Zuständigkeit des MA 28 (Straßen) oder des MA 42 (Gärten) mit je über 6 000 Bäumen, gefolgt von knapp 1900 Bäumen, die auf Flächen von Bildungseinrichtungen (Schulen und Kindergärten) stehen. Das MA 45 (Gewässer) ist in unserem Bezirk für weitere 1300 Bäume verantwortlich.

Interessent ist auch die Altersverteilung „unserer“ Bäume: Dass ein Stadtbaum zahlreichen, unnatürlichen Stressfaktoren ausgesetzt ist, ist ein naheliegender Schluss, wenn man die Altersverteilung der Bäume betrachtet: Das Jahr 1996 bildet den Median, das heißt, die Hälfte der jetzt lebenden Bäume wurde davor, die Hälfte danach gepflanzt.

Natürlich könnte dieser Median auch auf eine Erhöhung der gelisteten Pflanzstellen hinweisen. Wie lange nun ein Baum durchschnittlich am Leben bleibt, ist aus den vorhandenen Daten leider nicht auswertbar. Genau diese Information wäre aber wichtig, um Maßnahmen, die die Verlängerung der Lebensdauer bewirken, ableiten zu können. 

Linde

Artenreich sind unsere Bäume: Insgesamt 65 Gattungen sind mit 253 Arten bzw. Varietäten im Bezirk vertreten. Die häufigsten Bäume sind Spitzahorn (über 1600 Bäume), Scheinakazie (etwa 1000 Bäume), Gemeine Esche, Sommer- und Winterlinde sowie Schwarzföhre mit je rund 850 Bäumen. 

Föhre


Hervorzuheben ist auch der Wunderbaum Ginkgo biloba, der genau 156-mal in unserem Bezirk vertreten ist. Von der Physiologie her ist dies ein enorm praktischer Stadtbaum, der sehr widerständig gegen Luftverschmutzung und Streusalz ist und im Herbst mit seinen goldgelben Blättern hocherfreut. Auf der symbolischen Ebene steht Gingko für Liebe, Freundschaft, Fruchtbarkeit, Stärke, Widerstandskraft, aber auch für Sanftheit und Anpassungsfähigkeit, kurz: für die Vereinigung der Gegensätze Yin und Yang. 

Um die besondere Kraft des Gingkobaums wusste schon Johann Wolfgang von Goethe:


Ginkgo biloba​

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt ?
Sind es zwey, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt ?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin ?

Wenn Sie noch mehr Fakten über die Bäume in unserem Bezirk, aber auch über deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden von uns  Stadtbewohner*innen erfahren möchten, kommen Sie zu unserem Gesprächsforum "Schützen wir unsere Bäume" am 2. April 2020 ins Aquarium.