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am 18. Oktober

Gesunder Boden macht die Stadt klimafit

Gerda Daniel - Landwirtschaftlich genutzte Böden sichern nicht nur die Ernährung. Sie dienen auch dem Klimaschutz, denn sie speichern große Mengen CO2.

Am Donnerstag 7. Oktober haben wir zum Gesprächsforum „Landwirtschaft braucht Boden“ geladen. Alfred Grand vom Grandgarten​, ein ausgewiesener Experte für Bodengesundheit mit Weltverbesserungswunsch, erläuterte vor knapp 20 hochinteressierten Teilnehmer*innen sehr anschaulich, humorvoll und leidenschaftlich fünf wichtige Funktionen eines gesunden und klimafitten Bodens:

  • Lebensmittelproduktion:
    der Boden ist die Grundlage für über 90% unserer Nahrungsmittel
      
  • CO2-Speicher für Klimaschutz:
    Pflanzen nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf und geben dieses teilweise an den Boden ab. Das führt zu einem gesunden und nährstoffreichen Bodenleben und ganz wichtig: zum Humausaufbau

  • Wasserabsorption:
    humusreicher und daher klimafitter Boden kann mehr Wasser aufnehmen und verhindert Hochwasserschäden bei Starkregenereignissen

  • Biodiversität:
    im Gegensatz zu Monokulturen fördert gesunder Boden die Artenvielfalt und eine Viefalt von Bodenorganismen

  • Nährstoffaufbereitung:
    der Boden versorgt (Kultur-)Pflanzen mit Nährstoffen und fördert somit Gesundheit und Resilienz von Pflanzen

Der Boden hat aber auch eine wichtige Infrastrukturfunktion für die Schaffung von Wohnraum und Gewerbeflächen sowie Straßenbau.

In Zeiten des Klimawandels sind Schutzmaßnahmen für den Boden und insbesondere für fruchtbare Ackerböden gefragt. Wenn wir unsere Böden schützen, das heißt die Bodenversiegelung minimieren, betreiben wir aktiven Klimaschutz. Daher sollte in der Raumplanung ein Konsens geschaffen werden, dass jedenfalls fruchtbare Böden nicht mehr verbaut werden. Insbesondere in der Stadtplanung muss in Zukunft die Qualität des Bodens als Kriterium für die (Nicht-)Verbauung einfließen.

Das Bodenbündnis​ als Zusammenschluss von europäischen Städten und Gemeinden hat sich einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Boden sowie eine sozial gerechte Landnutzung zum Ziel gesetzt. In Wien sind bereits die Bezirke Wieden und Ottakring assoziierte Mitglieder des Bodenbündnisses. Floridsdorf sollte diesem Beispiel folgen. Wir Floridsdorfer Grüne werden uns dafür einsetzen!​