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am 12. Februar

Kahlschlag im Land­schafts­schutzgebiet – Und das Gute Ende der Geschichte

Gabriele Tupy - Gemeinsam mit AnrainerInnen konnten wir Grüne illegale Baumfällungen eines Bauträgers im Landschaftsschutzgebiet stoppen. Die MA42 hat bereits eine Wiederaufforstung mit heimischen Gehölzen zugesagt.

Als wir Grüne Floridsdorf am 10. Februar von BürgerInnen kontaktiert wurden, es werde ein Wäldchen im Bereich der Sowinetzgasse gefällt, setzten wir uns umgehend mit dem Bauträger, der am angrenzenden Grundstück in Kürze zu bauen beginnen wird,​  sowie mit der MA 22 und der MA 49 in Verbindung. Kurz darauf war auch die MA 42 vor Ort und die Umweltanwaltschaft informiert, denn das Gebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet Floridsdorf,  und es war unklar, wer hier für welchen Abschnitt und wofür konkret verantwortlich ist. Vorweg: Ein ganz herzliches Danke an alle Magistratsdienststellen für ihr promptes Handeln! Nur so konnten der Kahlschlag gestoppt und ein größerer Schaden verhindert werden.

Inzwischen steht fest, es wurde im vorderen Teil bei der Sowinetzgasse ohne Genehmigung gefällt  bzw. „gewütet“, wie es ein Beamter der MA 42 uns gegenüber ausdrückte. Am Nachmittag, als wir uns vor Ort ein Bild machten, trafen wir auf die MA 49 und MA 58 sowie auf die Gartenbaufirma. An die 2.500 m2 waren kahlgeschlagen, ein paar hundert Kubikmeter Holz lagen auf der Fläche herum, nur sieben Bäume hatten überlebt. Geschehen ist das nach einem Auftrag des Bauträgers, der uns gegenüber am Vormittag gemeint hatte, „das Wäldchen ist ja als schützenswert eingestuft, es werden nur wenige kranke Bäume herausgeschnitten“. Von anderen Beteiligten hörten wir: „Wir haben jetzt jene Sicherheit, die wir haben wollten!“ Kein Ast kann mehr herunterfallen und niemand muss mehr vor einer Haftung fürchten – die größte Angst, die man in Wien derzeit zu haben scheint. Dafür nimmt man dann auch in Kauf, illegal kahl zu schlagen?

Nun das vorläufig gute Ende der Geschichte: Die MA 42 sagte uns heute zu, dass hier nachgepflanzt wird – vielerlei heimische Arten, auch Wildfruchtgewächse. Ein waldähnlicher Charakter soll wieder hergestellt werden, auch wenn es einige Jahre dauern wird.

MA 22 und MA 58 sind am Prüfen, was auf der weiteren Fläche – Waldgebiet im Landschaftsschutzgebiet  – erlaubt ist. Nur in diesem Rahmen dürfen in Absprache mit der Forstbehörde weitere Arbeiten durchgeführt werden. Die Baugenossenschaften bzw. Hausverwaltungen sind informiert.

Unser größter Dank gilt der engagierten Bürgerin, die sofort tätig wurde und uns kontaktiert hat. Gemeinsam mit aufmerksamen Menschen können wir viel erreichen für Floridsdorf!