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am 25. September

Perspektive Donaufeld: Selbsterntefelder und Gemeinschaftsgärten

Gerda Daniel - Die Bewohner*innen im Donaufeld wollen auf ihren „Traumboden“ nicht verzichten!

Am Selbsterntefeld Satzingerweg


Nicht nur landwirtschaftliche (Bio-)Betriebe tragen zur qualitätvollen Lebensmittel-Nahversorgung bei. In den letzten Jahren wurden Selbsterntefelder und Gemeinschaftsgärten zu einer beliebten und sehr nachgefragten Art der Selbstversorgung. Dieser Boom zeigt sich auch in Floridsdorf, wo es mittlerweile drei Selbsterntefelder und mehrere Gemeinschaftsgärten gibt.

Im Paradeisgartl
Gemüseernte

Die Bio-Selbsterntefelder im Bezirk werden vom Biobauernhof Radl gegen eine Jahresgebühr vergeben (Informationen und Anmeldung hier). Selbsternter*innen können ihre eigene 40 Quadratmeter große Ernteparzelle nutzen und somit alle Vorteile eines eigenen Gemüsegartens genießen. Die Biolandwirtefamilie Radl sät im Frühjahr verschiedenste Gemüsesorten aus und kümmert sich während der Saison um die Wasserversorgung. Aufgabe der Selbsternter*innen ist es, ihre grünen Schützlinge zu hegen und zu pflegen und natürlich ganz viel Bio-Gemüse zu ernten. Die Anmeldung für 2021 läuft bereits, ein Großteil der Parzellen ist aufgrund der großen Nachfrage schon vergeben.

Weitere Floridsdorferr Selbsternte-Projekte sind die mit dem European Award for Ecological Gardening 2019 ausgezeichnete Wilde Rauke in Stammersdorf​ und dieÖko-Ernteland Selbstanbauparzellendes Zentralverbandes der Wiener Kleingärtner​​.

​Die Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten (Überblick hier) funktionieren auf privater nicht-kommerzieller Basis. Die Nutzer*innen organisieren sich selbst, meist in Vereinsform, wie z.B. das Paradeisgartl Donaufeld oder der Nachbarschaftsgarten am Broßmannplatz. Hier dürfen neben Obst und Gemüse auch der gesellschaftliche Zusammenhalt und das interkulturelle Interesse wachsen. Bei der Freude am Garteln dürfen bzw. sollen sogar neue Kontakte entstehen.

Ein Gutteil dieser Floridsdorfer Selbsterntefelder und Gemeinschaftsgärten befinden sich im Donaufeld bzw. in unmittelbarer Nähe. Wir haben ​​​​bereits darüber berichtet​​​, wie wichtig die fruchtbaren Schwemmlandböden im Donaufeld für die lokale und regionale Lebensmittelversorgung sind. Der ökologische Fußabdruck des hier produzierten Gemüses ist sehr klein.

Doch diese Paradiese für lustvolles Gärtnern stehen insbesondere im Donaufeld in Konflikt zu den bestehenden Wohnbauplänen. Leistbares Wohnen ist wichtig und eine wesentliche Errungenschaft der Sozialdemokratie in Wien.  Doch muss dieser sehr wohl notwendige Wohnbau heute die fruchtbarsten Ackerböden in Wien komplett versiegeln? Wir Floridsdorfer Grünen sagen nein: zumindest ein Teil der fruchtbaren Flächen im westlichen Teil des Donaufelds muss für Landwirtschaft und Selbstversorger-Garteln sowie für allgemeine Erholung und Artenschutz erhalten bleiben! Als Alternative können z.B. Supermärkte überbaut​​ werden – dazu gibt es eine von uns Grünen ausgearbeitete Liste von rund 100 Supermärkten in Floridsdorf, die sich für eine Überbauung eignen.

Es gibt viel Potential in Floridsdorf, bereits versiegelte Flächen wie hier einen Supermarkt in Leopoldau für die Verbauung zu nutzen
Am Selbsterntefeld Satzingerweg


Daher plädieren wir Grüne im Bezirk für eine Reduktion der geplanten Anzahl von insgesamt 6000 Wohnungen im Donaufeld. Durch eine Konzentration der Baumassen zwischen Donaufelder Straße und dem vorgesehenen Ereignisband sowie an den Rändern des Planungsgebiets können fruchtbare Flächen im zentralen und südlichen Teil des westlichen Donaufeld erhalten bleiben. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein! Denn die Bewohner*innen im Donaufeld wollen zurecht auf ihren „Traumboden“ nicht verzichten!

Die Grünen Floridsdorf greifen das Thema auch in ihren Vorschlägen für neue Qualitäten im Donaufeld auf.​​