Fünf Jahre ohne Steinitzsteg: Reichen die Alternativrouten aus?

Der Steinitzsteg wird für fünf Jahre für den Fuß- und Radverkehr gesperrt. Können die angekündigten Maßnahmen zur Umfahrung des Steinitzstegs die bevorstehende Sperre vollständig kompensieren? Was sagst Du zu den Alternativrouten?

Der Steinitzsteg wird als Donauquerung stark genutzt. Wir fragen: Sind die geplanten Alternativrouten während der fünfjährigen Sperre für alle eine Option?
Wir wollen es wissen: Was sagen die Passant:innen zu den Alternativrouten? Und wo braucht es noch eine Nachbesserung?

Die angekündigten Maßnahmen zur Umfahrung des Steinitzstegs sind ein wichtiger Schritt, hinterlassen aber einen gemischten Eindruck. Positiv ist, dass während der Sperre neue Radverbindungen geschaffen werden, die auch langfristig erhalten bleiben sollen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die geplanten Maßnahmen die Funktion des Steinitzstegs nicht annähernd vollständig ersetzen können.

Neue Radverbindungen als positives Signal

Besonders erfreulich ist die geplante Protected Bike Lane auf der Floridsdorfer Straße zwischen Jedleseer Straße und Hubertusdamm. Sie ermöglicht eine sichere Umfahrung der Senke im Wasserpark und verbessert die Radinfrastruktur auf einer wichtigen Verbindung deutlich. Auch auf der Adalbert-Stifter-Straße soll ein neuer Radweg entstehen. Dass diese Verbesserungen nicht nur als Provisorium gedacht sind, sondern auch nach der Wiedereröffnung des Steinitzstegs bestehen bleiben sollen, ist ausdrücklich zu begrüßen.

Aber sichere Verbindungen bleiben lückenhaft

Dennoch bleiben wesentliche Lücken bestehen. Wer mit dem Fahrrad sicher von der Jedleseer Straße zur Floridsdorfer Hauptstraße gelangen möchte, braucht eine durchgängige und sichere Verbindung. Dafür wäre ein baulich getrennter Radweg auf der Jedleseer Straße notwendig. Nur so kann eine attraktive und sichere Route für den Alltagsradverkehr geschaffen werden.

Vor allem aber darf nicht übersehen werden, dass die vorgestellten Maßnahmen keinen vollständigen Ersatz für den Steinitzsteg darstellen. Die Sperre wird voraussichtlich fünf Jahre dauern – eine enorm lange Zeit für alle Menschen, die diese Verbindung täglich nutzen.

Fußgänger:innen bleiben auf der Strecke

Besonders kritisch ist die Situation für Fußgänger:innen. Während für den Radverkehr zumindest teilweise Alternativen geschaffen werden, wird für zu Fuß Gehende keine gleichwertige Ersatzverbindung angeboten. Damit wird einmal mehr deutlich, dass aktive Mobilität hinter den Bedürfnissen des motorisierten Individualverkehrs zurückstehen muss. Wer zu Fuß unterwegs ist, wird auf längere und unattraktivere Wege verwiesen.

Dabei muss das nicht so bleiben. Noch ist es nicht zu spät, eine bessere Lösung zu finden. Sowohl auf der Nordbrücke als auch beim Steinitzsteg selbst müssen Möglichkeiten geprüft werden, um eine attraktive und sichere Verbindung für alle Verkehrsteilnehmer:innen aufrechtzuerhalten. Nur so wird die Sperre des Steinitzstegs nicht zu einem Rückschritt für die aktive Mobilität in unserem Bezirk.