Jährlich grüßt das Murmeltier

Bäume sind die wirksamste Klimaanlage der Stadt, doch in Floridsdorf werden viel zu wenige gepflanzt. Während wir Grüne eine Baumpflanz-Offensive im Bezirk mit 2.500 zusätzlichen Bäumen pro Jahr fordern, verweist die Bezirksvorstehung auf gerade einmal 124 Neupflanzungen in zwei Jahren. Hier muss sich dringend etwas ändern…

Aufgemalter Baum auf Asphalt mit dem Text "Hier könnte ein Baum stehen"
Im August 2026 haben Greenpeace-Aktivist:innen in zahlreichen Städten in Österreich und Deutschland mit Sprühkreide fehlende Grünflächen in Städten angekreidet mit dem Text “Hier könnte ein Baum stehen”.
Bäume sind unsere natürliche Klimaanlage! Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung, verbessern die Luft und machen unsere Straßen lebenswerter. Gerade in heißen Sommern brauchen wir mehr Bäume in Floridsdorf. Leider werden zu wenige gepflanzt und nur mangelhaft auf die Pflege der Jungbäume geachtet.

Mehr Bäume,
mehr Schatten,
mehr Grün!

Die wirksamste Klimaanlage der Stadt sind Bäume: Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, verbessern die Luftqualität und erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Deshalb soll Wien laut dem Hitzeschutzplan der Wiener Grünen bis 2030 insgesamt 100.000 zusätzliche Bäume pflanzen. Für Floridsdorf würde das knapp 10.000 zusätzliche Bäume bedeuten- in den nächsten vier Jahren, 2.500 jedes Jahr.

Damit würde sich der heutige Straßenbaumbestand -für ganz Wien gerechnet- verdoppeln und der Baumüberschirmungsgrad von derzeit 15 auf die wissenschaftlich empfohlenen 30 Prozent steigen. Gerade in dicht verbauten Grätzeln ist das eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Stadt an die zunehmende Hitze anzupassen und die Lebensqualität langfristig zu sichern. Dazu müssen auch bestehende Bäume besser geschützt werden – es braucht mehr Bewässerungskapazitäten, zusätzliche Gießfahrzeuge und auch die Initiative der Bewohner:innen vor ihrer Haustür.

Nach diesem katastrophalen Hitzesommer könnte man vermuten, dass auch der Bezirksvorsteher beim Hitzeschutz in die Gänge kommt. Aber leider: Fehlanzeige. Die Bezirksvorstehung sieht keinen Handlungsbedarf. Einerseits habe man eh in den letzten beiden Jahren 124 Bäume (!!!!) neu gepflanzt (Stadt- und Parkbäume), Andererseits mögen sich doch die Leute Klimaanlagen kaufen – deren Kosten und die hohen Kosten für den Betrieb zahlen natürlich die Bewohner:innen.

Damit ist aber leider keineswegs dafür gesorgt, dass man sich bei diesen Temperaturen im Straßenraum aufhalten kann – selbst ein Einkauf wird zur Tortur, wer sich noch erinnert.

Und es ist nicht dafür gesorgt, dass Dürre- und Hochwasserschäden sowie Ursachen der Klimaveränderung begrenzt werden.

Diese 60 Bäume im Jahr sind das Gegenteil von dem, was es dringend braucht: RASCH und VIEL Baumbestand zu pflanzen. Ganze Straßenzüge müssen in Floridsdorf mit Grünraum versorgt werden. Die 24 Neupflanzungen in der Brünner Straße sind höchstens ein Tropfen auf der heißen Straße.

Wir Grüne haben deshalb in der Sitzung der Bezirksvertretung im September einen Antrag zur Baumpflanz-Offensive gestellt, also rasch viele Bäume in den nächsten drei Jahren zu pflanzen. Es gab darüber kaum Diskussion, sondern SP, VP, FP haben abgelehnt.

Brauch ma net, geht net, wolln ma net und für ganz große Verdränger: Heiß war es früher ja auch schon!

Also heißt es weiterhin warten bis es noch schlimmer kommt: Hitzetote egal, Lebensqualität egal, sich im Freien (mit Kindern) im Sommer aufhalten – egal, Menschen, die ihre Wohnungen kaum kühlen können – egal. Das ist leider die traurige Perspektive.

Heidi Putz
Aktivistin der Floridsdorfer Grünen