Gleichstellung auf dem Prüfstand

Katharina Mader, Expertin der AK Wien analysierte als Gastreferentin bei unserem Frauen:Tisch die Ursachen von Ungleichheit und zeigte erforderliche strukturelle Maßnahmen auf.

Die Informationen von Referentin Katharina Mader von der Arbeiterkammer führten zu einer lebhaften Diskussion.
Katharina Mader im Gespräch mit den Frauensprecher:innen Evelyne Stelzer (Floridsdorf), Andrea Pelzmann (Donaustadt) und mit unserer Gemeinderätin Heidi Sequenz.
Gestärkt mit vielen wichtigen Informationen und frischer Energie machen wir uns auch weiterhin für die Gleichstellung von Frauen stark. Ganz sicher!

Gemeinsam luden wir Grüne Frauen Floridsdorf und Donaustadt am 15.11.2022 zum Thema Gleichstellung ins Kulturankerzentrum im Schlingerhof ein. Hier fassen wir einige wichtige Informationen von unserer Gastreferentin Katharina Mader, Expertin der AK Wien, zusammen:

Systemrelevante Arbeit – beklatscht, aber schlecht bezahlt

Frauen verdienen in Österreich für gleichwertige Arbeit 17,1 Prozent weniger als Männer, sie arbeiten rein rechnerisch 62 Tage gratis (Berechnungszeitraum 2020). Auch Teilzeitarbeit spielt dabei eine große Rolle, weil vor allem Kinderbetreuungsangebote fehlen. Alleinerziehende Frauen sind besonders betroffen. Zudem werden berufliche Aufstiegschancen für Frauen eingeschränkt, auch heute noch sind Führungspositionen männerdominiert.
Frauen erhalten 41,1 Prozent weniger Pension als Männer. Und Altersarmut ist auch heute noch weiblich.

Unsichtbare Care-Arbeit

Zwei Drittel der unbezahlten Sorgearbeit leisten Frauen. Das heißt, Arbeiten im Haushalt, in der Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen werden überwiegend von ihnen geleistet. Zusammen mit niedriger Entlohnung führt dies zu finanzieller Abhängigkeit, geringen Pensionen und möglicher Altersarmut.

Die Probleme bei der Wurzel packen

Gleichberechtigung bedeutet noch lange nicht Gleichstellung. Katharina Mader, Ökonomin, Referentin in der Abteilung Frauen – Familie der AK Wien und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der WU Wien, beschrieb sehr eindrücklich die vielfältigen Ursachen der Ungleichstellung. Es bestehen immer noch sehr traditionelle Rollenbilder. Konservative Werte und Normen müssen überprüft und Bewusstsein geschaffen werden. Es braucht dringend strukturelle Verbesserungen auf mehreren Ebenen wie:

  • bessere Entlohnung und Rahmenbedingungen, Arbeitszeit-
    verkürzung bei vollem Lohnausgleich
  • faire Familienarbeitszeitmodelle, moderne Elternkarenz-Modelle
  • unbezahlte Arbeit sichtbar machen und gleich verteilen
  • konsequente Umsetzung gendergerechter Haushaltsplanung
  • Gleichstellung muss Frauen- und Familienpolitik umfassen

Im spannenden Blog von Katharina Mader und Kolleg:innen finden sich noch viele wichtige Informationen zum Thema.

Wir haben eigene Erfahrungen ausgetauscht und die Zusammenhänge zwischen ungleicher Bezahlung, Teilzeitfalle bis hin zur Altersarmut beleuchtet.

Für die Gleichstellung von Frauen und in Familien werden wir Grünen Frauen in Transdanubien uns auch in Zukunft stark machen.

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