Theater, das zu den Menschen kommt

Die Wanderbühne Amadé ist in der Schwarzlackenau in Floridsdorf beheimatet. Für November steht die „Weihnachtsgeschichte – Floridsdorf Edition“ an mehreren Spielorten in unserem Bezirk auf dem Programm. Anna Dangel von der Wanderbühne Amadé spricht im Interview über ihre Theaterarbeit.

Kultur mitten im Grätzel: Die Wanderbühne Amadé macht Theater dort, wo Menschen leben und zusammenkommen
Die Wanderbühne Amadé setzt auf unmittelbaren Kontakt zum Publikum und möchte mit ihrem Theater unterhalten und berühren.
Die Wanderbühne Amadé bringt im November 2026 Charles Dickens’ Klassiker als „Floridsdorf Edition“ an verschiedene Spielorte im Bezirk.

Anna Dangel, Wanderbühne Amadé:
Die Wanderbühne Amadé ist aus der Idee entstanden, Theater dorthin zu bringen, wo Menschen leben und zusammenkommen. Wir sind ein freies Ensemble, das je nach Projekt aus Schauspieler:innen, Musiker:innen, Regisseur:innen und weiteren Künstler:innen zusammengesetzt ist. Die Kerngruppe besteht aus 5 Personen. Uns verbindet die Freude daran, Theater unmittelbar und nahbar zu machen – nicht nur auf klassischen Bühnen, sondern auch an ungewöhnlichen Orten und mitten in den Bezirken.

Anna Dangel, Wanderbühne Amadé:
Wir haben unterschiedliche Stücke und Formate umgesetzt, darunter Klassiker wie Frühere Verhältnisse und Anatol – von klassischem Schauspiel bis zu Projekten, die stark mit dem jeweiligen Spielort arbeiten. Wichtig ist uns immer, dass Theater einen direkten Kontakt zum Publikum herstellt. Wir wollen Geschichten erzählen, die unterhalten, berühren und gleichzeitig einen Bezug zu den Menschen und dem Ort haben, an dem wir spielen. Dabei darf Theater durchaus unkompliziert sein: Man soll sich auch dann willkommen fühlen, wenn man sonst nicht regelmäßig ins Theater geht.

Anna Dangel, Wanderbühne Amadé:
Gerade bei einem Stück wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ ist der Ort ein wichtiger Teil der Erzählung. Wir wollten Dickens’ Geschichte nicht einfach irgendwohin verpflanzen, sondern sie mit Floridsdorf verbinden und dadurch einen neuen Blick auf die Figuren und ihre Welt ermöglichen. Floridsdorf bietet dafür eine ganz eigene Atmosphäre und Geschichte. Wie genau sich das im Stück zeigt, möchten wir aber lieber auf der Bühne erzählen – sonst wäre ja ein Teil der Überraschung weg. Aber zwei Frauen im Stück repräsentieren Floridsdorf besonders.

Anna Dangel, Wanderbühne Amadé:
Wir möchten die Wanderbühne weiterentwickeln und regelmäßig neue Projekte auf die Beine stellen. Besonders spannend finden wir Stücke und Formate, die mit einem konkreten Ort oder einer lokalen Geschichte verbunden sind. Unser Ziel ist, als Ensemble weiterzuwachsen und gleichzeitig immer wieder neue Orte und neues Publikum zu erreichen.
Wir planen eine weitere Produktion, vielleicht wird es Sherlock Holmes in Wien.

Anna Dangel, Wanderbühne Amadé:
Freies Theater braucht vor allem verlässliche Rahmenbedingungen: geeignete Spielorte, finanzielle Unterstützung, gute Möglichkeiten für Proben und eine unkomplizierte Zusammenarbeit mit den lokalen Institutionen. Gerade für eine Wanderbühne ist die Verbindung zum jeweiligen Bezirk besonders wichtig. Wir wünschen uns vom Bezirk Offenheit für kulturelle Projekte, Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Orten und natürlich auch einen entsprechenden finanziellen bzw. organisatorischen Support. Letztlich profitieren davon beide Seiten: Der Bezirk bekommt kulturelle Angebote direkt für die Bewohner:innen – und wir bekommen die Möglichkeit, dort künstlerisch zu arbeiten, wo unser Publikum zu Hause ist. Vom Bezirk wurden wir bis jetzt in alle Richtungen unterstützt und sind dafür echt dankbar.

Eine Weihnachtsgeschichte, Termine in Floridsdorf:

20.11. Eventheuriger Fuchs, 19:00
28.11. Autofreie Siedlung, 16:30
19.11. Kulturankerzentrum Schlingerhof, 17:00
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