Diskussion zur Energiewende vor der eigenen Haustür
Interessierte Bürger:innen folgten der Einladung der Grünen Floridsdorf in den Pfarrsaal von Cyrill & Method in Stammersdorf und diskutierten zu Windkraft und Sonnenstrom in Floridsdorf.




Windräder am Rendezvousberg, Sonnenstrom auf Wiener Dächern und die Frage, wer in Zukunft den Strom für die Stadt liefert: Beim Gesprächsforum „Windkraft und Sonnenstrom – Jetzt!“ diskutierten am Donnerstagabend im Pfarrsaal Cyrill & Method in Stammersdorf Bundesrätin Elisabeth Kittl, Wolkersdorfer Energiestadtrat Christian Schrefel, PV-Expertin Elisabeth Reinthaler (oekostrom AG) und Arnold Kainz von der W.E.B. Windkraft AG über die Energiewende in Wien und der Region.
Erfolgsbeispiele der Energiewende aus Floridsdorf
Nach der Begrüßung durch Valentin Leblhuber von der Grünen Bildungswerkstatt Wien zeigten drei Erfolgsbeispiele aus dem Bezirk, dass die Energiewende längst auch in Floridsdorf angekommen ist: die Energiegemeinschaft Floridsdorf, die Sonnenstromanlage der Wohnhausanlage Peter-Berner-Straße sowie die Photovoltaik- und Stromspeicheranlage der Pfarre Cyrill & Method. Dabei wurde auch klar, dass es noch viel mehr solcher Beispiele in Wien braucht. Nur 17% des von der Wien Energie produzierten Stroms kommt aus Erneuerbarer Energie, und Wien importiert rund die Hälfte seines Strombedarfs aus dem Umland.
Podiumsdiskussion zu Erfahrungen und Fakten der Energiewende
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Expert:innen und der Politik betonte Bundesrätin Elisabeth Kittl (Grüne): „Fossile Energie ist teuer und macht uns von Krisen und Diktatoren abhängig. Wir müssen unsere Energieversorgung endlich selbst in die Hand nehmen mit erneuerbaren Strom aus Österreich. Das macht uns unabhängig und robust in Zeiten der globalen Krisen. Sauberer Strom unterstützt zudem unsere Wirtschaft und behält Gewinne im Land. Wohnen wird günstiger, Arbeit wird geschaffen.“
Christian Schrefel, Energiestadtrat der Windkraft-Standortgemeinde Wolkersdorf, berichtete aus dem Alltag einer Gemeinde, die seit Jahren mit Windrädern lebt: „Das Weinviertel heißt nicht umsonst schon Windviertel aufgrund der vielen Windräder. Die Wolkersdorfer:innen sind zufrieden: kein Lärm, keine gesunkenen Grundstückspreise, dafür Wirtschaftskraft, Gemeindeeinnahmen und günstiger Strom für die Bürger:innen. Wer einmal erlebt hat, wie selbstverständlich ein Windrad seinen Strom in die Gemeinde liefert, fragt nicht mehr, ob die Energiewende funktioniert – sondern nur noch, wann wir das nächste bauen.“
Die Energiewendeexpert:innen erläuterten auch die Stärken des Sonnenstroms im Zusammenspiel mit der Windkraft und klärten über einige landläufigen Mythen auf. Weiters wurde auch die Notwendigkeit des Speicherausbaus auch für Wien diskutiert, wo die jetzigen Speicherkapazitäten laut einer Studie der TU Graz verfünffacht werden müssen. Abschließend berichtete Arnold Kainz auch zum derzeitigen Planungsstand der Windräder am Rendezvousberg.
Die vielfältigen Diskussionen und der Erfahrungsaustausch klang angeregt noch bei Brötchen und Getränken aus Stammersdorf aus. Das Interesse der Bürger:innen zeigte: die Energiewende ist in Floridsdorf weiter als so manche Bezirkspolitiker:innen.